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20. 02. 2017

1. Käferspürhund geht in Rente

Spürhundeteam Rika (links) und Quitura (rechts), Fotos: ALB-Spürhundeteam Meier

Das Pilotprojekt „Käferspürhund Rika“ hat sich zu einer etablierten Maßnahme in der Bekämpfungsstrategie gegen den ALB (Asiatischer Laubholzbockkäfer) entwickelt. Die inzwischen elfjährige Deutsch-Drahthaarhündin „Rika von der Teufelskanzel“ hat als Vorreiterin einen guten Job gemacht: Als erster Käferspürhund Baden-Württembergs wurde sie in einem Pilotprojekt des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Verbindung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart im Jahr 2011 durch das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald (BfW) in Österreich für ihre Aufgabe ausgebildet.

Verbreitung des ALB verhindern

Diese besteht darin, die Einschleppung und Verbreitung insbesondere des ALB zu verhindern, indem sie befallene Bäume oder befallenes Verpackungsmaterial anzeigt. Bereits während ihrer Ausbildung kam Rika im damals ersten Befallsgebiet des ALB in Neukirchen/Bayern zum Einsatz (Befall ist dort mittlerweile getilgt).

Im Jahr 2011 gab es in Deutschland nur noch ein weiteres Käferspürhundeteam, das in Nordrhein-Westfalen beheimatet war. Zu dieser Zeit gab es bei den Pflanzenschutzdiensten der Länder noch eine gewisse Skepsis, was die Arbeit und den Nutzen von Käferspürhunden betraf. Mittlerweile sind fast sechs Jahre vergangen. Durch die erfolgreiche Arbeit der ausgebildeten Spürhunde verebbte diese Skepsis größtenteils. 2016 gab (und gibt) es in Deutschland zehn bekannte Befallsgebiete des ALB. In nahezu allen Befallsgebieten werden aktuell Spürhunde eingesetzt.

Erstes ALB-Befallsgebiet in Baden-Württemberg entdeckt

Derzeit gibt es etwa 25 Käferspürhundeteams in Deutschland. Sie leisten einen wichtigen Beitrag gegen die Einschleppung und Ausbreitung des ALB. Einschneidender Erfolg in der Arbeit von Rika als Käferspürhund ist sicher die Tatsache, dass sie 2012 in Weil am Rhein das erste Befallsgebiet Baden-Württembergs entdeckt hat, indem sie dort zwei befallene Bäume identifizierte. Ein weiteres Highlight war die Teilnahme an einer EU-Evaluierung zu der Leistungsfähigkeit von ALB Spürhunden, wo sie im internationalen Vergleich bei der Trefferquote deutlich über dem Durchschnitt lag.


Im Laufe ihrer „beruflichen Karriere“ absolvierte Rika zahlreiche Öffentlichkeits- und Pressetermine. TV- und Radiobeiträge verschiedenster Sender begleiteten ihre Arbeit. Freude macht ihr die Arbeit immer noch, aber es ist an der Zeit, altersbedingt kürzer zu treten. Rika geht nun in „Altersteilzeit“. Ihre „Nichte“ „Quitura von der Ostalb“, die seit dem Welpenalter mit im Einsatz in verschiedenen Befallsgebieten des ALB war und viel von ihrer Tante lernen konnte, ist auf dem besten Wege, in Rikas Fußstapfen zu treten.
Quitura ist mit zwei Jahren zwar noch jung und lässt sich gerne mal von der Arbeit ablenken. Sie hat aber bereits die Ausbildung und Prüfung zum BfW-zertifizierten Käferspürhund abgelegt und verfügt schon über Käfererfahrung in diversen Befallsgebieten.

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