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9. 12. 2011

ISA-Konferenz in Australien

Trotz der schlechten Wetterbedingungen gut besucht: die Kletter-Weltmeisterschaften. Foto: Frank Rinn
Trotz der schlechten Wetterbedingungen gut besucht: die Kletter-Weltmeisterschaften. Foto: Frank Rinn

Die ISA-Konferenz 2011 fand Ende Juli in Parramatta, einem Vorort von Sydney, Australien, statt.

Normalerweise findet diese Jahrestagung alle fünf Jahre außerhalb der USA statt, in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem australischen Kontinent. Zur Veranstaltung gehören jährlich Sitzungen vieler ISA-Gremien und des Vorstands, Seminare („Tree Academy“), eine Fachtagung mit Vorträgen, eine Fachausstellung mit Produktmesse sowie die Klettermeisterschaften.

Zur ISA-Fachtagung hatten sich über 800 Teilnehmer angemeldet, viele aus Übersee, die diese Veranstaltung zum Anlass nahmen, einen Urlaub in Australien zu machen. Leider hatten diejenigen, die den Urlaub vor der ISA-Tagung im Süden des Landes verbrachten, zumeist Regen. Die anderen zeigten sich begeistert nicht nur von der Landschaft, sondern auch vom beeindruckenden Baumbestand.
Die Seminare und Praxis-Workshops zu verschiedenen Baum-Themen waren zum Teil überbucht, so dass einzelne Kurse wiederholt wurden. Auch die Vorträge waren meist sehr gut besucht, oftmals saßen Zuhörer auf dem Gang und lauschten dem, was Fernsehbildschirm und Lautsprecher nach außen übertrugen. Viele der in Zelten untergebrachten Messestände im Stadtpark entwickelten sich zu einer Keimzelle für fachlichen Austausch.
Die ISA und ihre örtlichen Organisatoren durchlebten vor der Tagung eine hektische und sehr arbeitsreiche Woche zwischen Hoffen und Bangen. Aufgrund des tagelangen Dauerregens und der recht niedrigen Temperaturen waren die Parks und Anlagen quasi nicht betretbar. Die Messestände wie auch der Kletterparcours konnten nicht wie geplant aufgebaut werden. Ob der Kletterwettkampf wie geplant durchgeführt werden konnte, ergab sich in seinen ersten Stunden – als zum ersten Mal nach Tagen die Sonne zu sehen war und diese dann zum Glück bis fast zum Ende der Veranstaltung schien. Damit die Besucher nicht im Schlamm standen, wurden eilends Bohlenwege aufgebaut, so dass die Veranstaltung trotz der widrigen Umstände letztlich fast wie geplant ablaufen konnte. Bei der Abendveranstaltung wurden den vielen Helfern entsprechend herzlich gedankt.
Der Bürgermeister von Parramatta, wie auch alle anderen örtlichen Redner brachten in ihren Ansprachen zunächst den Ureinwohnern ihren Respekt entgegen und dankten, auf deren heiligem Land leben und arbeiten zu dürfen – nachdem ein Didgeridoo-Spieler und eine Tanzgruppe die Tagung mit einer beeindruckenden „Performance“ offizielleingeleitet hatten.


Neuer ISA-Vorstand

Tim Gamma übergab den ISA-Präsidenten-Hammer für die kommenden beiden Jahre an Collin Bashford (England). In den neuen, 15-köpfigen ISA-Vorstand wurden mit Collin Bashford aus England, Francesco Ferrini aus Italien, deGuret Litchfield aus Schweden und mirnun erstmals vier Europäer gewählt. Die ansonsten zumeist noch aus US-Amerikanern bestehende Organisation möchte dies auch als Zeichen der Internationalisierung verstanden wissen.
Bei den Klettermeisterschaften dominierten die lokalen Spezialisten aus Australien und Neuseeland. Bei den Männern siegte Scott Forrest (Neuseeland) vor Joe Harris (Australien), Jonathon Turnbull (England), Johan Gustavsson (Schweden) und Jared Abrojena aus USA. Bei den Frauen gewann Chrissy Spence (Neuseeland) vor Jessica Knott (Australien) und Kiah Martin (Australien).
Die beiden Deutschen im Wettkampf, Kathrin Blessing und Moritz Theuerkauf, belegten beide hervorragende Platzierungen. Kathrin wurde achte von 18 Teilnehmerinnen und kam im Arbeitsklettern mit dem dritten Platz sogar auf das Podium. Moritz erreichte mit einer ebenso beeindruckenden Leistung den siebten Platz unter 44 Teilnehmern. Beiden sei hier nochmal gedankt für ihren tollen Einsatz auf der anderen Seite der Welt, ebenso den deutschen Fans. Die vollständigen Ergebnisse der Kletterwettbewerbe können im Internet eingesehen werden unter itcc.isa-arbor.com
results/2011results.aspx.
Die ISA-Tagung 2012 findet Mitte August in Portland, Oregon statt. Schon alleine diese geografische Lage sollte alle Baumfreunde aufhorchen lassen: Südlich von Portland stehen mit den Küstensequoien die höchsten Bäume der Welt, ein wenig weiter im Süden kann man die großen Mammutbäume, den Yosemite-Park und „gleich nebenan“ die ältesten Bäume der Welt, die Grannenkiefern, besuchen.
Frank Rinn

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