100 Millionen Euro für den Insektenschutz

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) begrüßt das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ des Umweltministeriums und empfiehlt, Gehölze als Hauptträger der biologischen Vielfalt stärker in den Fokus zu nehmen. Anpflanzungen in großem Umfang seien notwendig.

Insektenfreundliche Nährgehölze bieten Insekten Nahrung und Rückzugsräume. (Foto: iStock.)

„Wir begrüßen den Plan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), den Insektenschutz in Deutschland und Europa mit 100 Millionen Euro zu fördern“, freut sich Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V. „Damit setzt die Regierung ein klares Zeichen zur Bedeutsamkeit der biologischen Vielfalt, wenn auch keine Sekunde zu früh. Der erschreckende Rückgang der Insekten in Deutschland ist nicht länger zu ignorieren.“

Städte sollen mehr insektenfreundliche Nährgehölze pflanzen

Der Bund deutscher Baumschulen fordert Städte und Kommunen daher dringend dazu auf, Gehölze stärker in den Fokus zu nehmen und in großem Umfang insektenfreundliche Nährgehölze anzupflanzen, wie z. B. Ebereschen, Linden, Esskastanien oder Eichen. Sie locken Insekten gezielt an, geben Ihnen Nahrung und Lebensraum. „In der Debatte um das Insektensterben denken viele häufig zuerst an Bienen und vergessen dabei, dass auch Schmetterlinge, Spinnen und Kleinstlebewesen wie Milben und Schwebfliegen essenzieller Baustein in ökologischen Kreisläufen und damit unersetzlich für die Natur sind“, so Guhl weiter.

„Die Natur ist die beste Versicherung gegen Naturkatastrophen"

Bäume und Sträucher dienen aber nicht nur allein dem Erhalt der biologischen Vielfalt: Gehölzbestandene Grünflächen schützen auch vor Bodenerosion, steigern aufgrund ihrer Filterkapazität die Luftqualität und begrenzen Temperaturextreme. „Die Natur selbst ist immer noch die beste Versicherung gegen Naturkatastrophen, auch in Hinblick auf den Klimawandel. Wir müssen dringend von Betonwüsten und blütenarmen Monokulturen wegkommen“, fasst Guhl zusammen. Aus Sicht der biologischen Vielfalt seien dabei möglichst große Bäume die erste Wahl. (BdB)

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