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Risiken durch nichtheimische Baumarten

Risiken durch nichtheimische Baumarten

Nichtheimische Baumarten im Alpenraum bedrohen teilweise die einheimische Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystemleistungen. Im Rahmen des internationalen Projekts ALPTREES wurde dafür ein System zur Risikobewertung entwickelt. Zudem wurden Handbücher zur Bewirtschaftung von nichtheimischen Baumarten im Wald und in der Stadt veröffentlicht. 

von Martina Borowski

Robinie, Douglasie und Rot-Eiche sind vor mehreren hundert Jahren in Europa eingeführt worden und gehören zu den 530 in Europa nichtheimischen Baumarten. Die meisten dieser nichtheimischen Baumarten wachsen in Städten und wurden auch im Wald gefördert: Manche bringen höhere Erträge, haben stabilere Wurzelsysteme oder sind eine besondere ästhetische Erscheinung. Sie bedrohen aber auch teilweise die einheimische Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystemleistungen. 

Verglichen mit dem städtischen Raum, in dem nichtheimische Bäume überwiegen, ist die Zahl der nichtheimischen Bäume in Wäldern im Alpenraum relativ gering. Laut Schätzungen bestehen die europäischen Wälder im Schnitt zu etwa 4 % aus nichtheimischen Bäumen. Davon sind wiederum nur rund 5 % (also insgesamt 0,2 %) invasiv, das heißt wenn sich diese etablieren und ausbreiten, sind sie ein Risiko für die heimische Biodiversität

Risikobewertung je nach Standort

Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder und den urbanen Raum werden nichtheimische Baumarten an Bedeutung gewinnen, da sie besser an die zukünftigen klimatischen Bedingungen angepasst sein könnten. „In derart kritischen und empfindlichen Ökosystemen wie dem Alpenraum müssen potenzielle Risiken und Nutzen besonders gründlich gegeneinander abgewogen werden, bevor Entscheidungen getroffen werden“, sagt Katharina Lapin vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW). Denn: Der Klimawandel verändert auch die Eigenschaften bereits etablierter nichtheimischer Baumarten dahingehend, dass manche von ihnen erst unter den neuen veränderten Klimabedingungen konkurrenzstärker und invasiv geworden sind, besonders dort wo heimische Baumarten in ihren natürlichen Waldhabitaten aufgrund des Klimawandels nicht mehr optimal gedeihen können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das ALPTEES-Team, bestehend aus der Projektleitung BFW und elf Partnern, hat deshalb eine Methode zur standortsspezifischen Risikobewertung erarbeitet. Akteure aus der Forstwirtschaft, dem Naturschutz sowie der Raum- und Stadtplanung können mithilfe einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zwischen negativen und positiven Auswirkungen nicht heimischer Baumarten auf die Ökosystemleistungen unterscheiden.

Der Leitfaden dient als Entscheidungshilfe für die Auswahl von Standorten, nichtheimischen Baumarten und waldbaulichen Maßnahmen, um die damit verbundenen Risiken einzuschränken. Generell ist die Integration von nichtheimischen Baumarten in Mischwaldbestände mit heimischen Arten am einfachsten, wenn die ökologischen Eigenschaften der eingeführten nichtheimischen Baumarten den heimischen Arten ähnlich sind und die nichtheimischen Baumarten kein starkes Dominanzverhalten zeigen.

Beispiel Rot-Eiche

Anders die Roteiche: Obwohl sie als eine der vielversprechenden „alternativen“ Baumarten gilt, ist ihr invasives Potenzial zu beachten. Sie verträgt die Sommerhitze viel besser als die meisten heimischen Baumarten und ist auch sehr widerstandsfähig gegenüber Trockenheit. In heimischen Eichen- und Eichen-Hainbuchen-Wäldern neigt die Rot-Eiche dazu, die natürliche Verjüngung heimischer Baumarten zu verdrängen. Sie sollte daher nur in Mischbeständen eingeführt werden; Monokulturen sollten vermieden werden.

Umfangreiches Informationsportal

Das Projekt ALPTREES (Code ASP791) wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des INTERREG Alpine Space Förderprogramm kofinanziert. Desweiteren wurden Bestimmungs- und Managementhandbücher, die als Download zur Verfügung stehen, sowie ein Onlinekurs zu nichtheimischen Baumarten erstellt.//

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