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Insektenvielfalt im Wald fördern

Insektenvielfalt im Wald fördern

Einzelne Insekten sind oft hoch spezialisiert und benötigen bestimmte Bäume für ihre Entwicklung. Ein neuer Leitfaden zur Förderung der Insektenvielfalt im Wald zeigt Beispiele. Herausgegeben hat ihn das rheinland-pfälzische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität.

von Martina Borowski

„Insekten sind essentiell wichtig für uns alle: Sie bestäuben Nutz- und Wildpflanzen und sorgen damit für unsere Nahrungsgrundlage. Auch im Waldökosystem sind sie der Motor allen Lebens: Sie transportieren Samen, zersetzen abgestorbene Pflanzen und Tiere und sorgen damit in einem Kreislauf für Pflanzennährstoffe und gesunde Böden.

Und sie selbst sind Nahrung für zahlreiche andere Arten. Viele Vögel, Lurche und Reptilien leben von ihnen. Nicht zuletzt sind sie einfach wunderschön und faszinierend. Deshalb ist es so wichtig, diese enorme Vielfalt zu erhalten“

sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder, die den Leitfaden Mitte Juli in Ober-Olm präsentierte.

Bestimmte Baumarten sind nötig

Der Leitfaden zeigt, dass man die Vielfalt der Arten am besten durch eine Vielfalt an Lebensräumen fördert. Denn oft sind einzelne Insekten hochspezialisiert: Beispielsweise brauchen zahlreiche Nachtfalterarten als Raupe immer ganz bestimmte Baumarten, um sich von den Blättern ernähren zu können. Der Buchenrotschwanz bevorzugt etwa die Buche und die Linden-Gelbeule die Linde.

Selbst innerhalb ihres Insektenlebens von der Raupe zum Schmetterling oder vom Engerling zum Käfer verändern sich die Nahrungs- und Lebensraumbedürfnisse der einzelnen Arten. Ein Beispiel: Bestimmte Schwebfliegenarten benötigen für ihr Larvenstadium so genanntes Mulm, das meistens in alten Bäumen zu finden ist. Als fliegende Insekten benötigen sie allerdings Nektar. Diese Arten brauchen also sowohl alte Bäume als auch einen Waldrand oder eine Wiese mit Blühpflanzen, um existieren zu können. Eine kleine lichte Stelle am Wegrand kann hierfür ausschlaggebend sein.

Mischwälder sind gute Basis

„Die Vielfalt der Arten soll weiterhin Bestandteil unserer Wälder bleiben. Das macht das Ökosystem Wald widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen der Klimakrise. Die von Landesforsten praktizierte naturnahe Waldbewirtschaftung, die für laubbaumreiche Mischwälder sorgt, ist eine gute Basis für die Artenvielfalt und gleichzeitig eine wichtige Maßnahme zur Klimawandelfolgenanpassung: Denn Mischwälder sind robuster gegenüber Schädlingsbefall, Baumkrankheiten, Stürmen und Trockenheit“,

so Eder.

Auch weitere Maßnahmen, die für eine Insektenvielfalt sorgen, können auch der Widerstandsfähigkeit des Waldes dienen: Mehrstufige Waldränder aus Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Blühpflanzen wirken beispielsweise wie eine Schutzwand gegenüber Stürmen. Gleichzeitig bieten sie vielen Tieren Lebensraum. Hier können die Forstleute gezielt für ein fast ganzjähriges Blühangebot sorgen, von dem viele Insektenarten profitieren.

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Leitfaden zeigt Beispiele

An den Beispielen im Leitfaden können sich die Forstleute orientieren und prüfen, welche Maßnahmen für ihr Revier geeignet sind. Denn jeder Wald ist durch seine Struktur, Baumartenzusammensetzung und Bodenbeschaffenheit anders. Wichtig sei dabei stets ein Mosaik an Lebensraumverhältnissen zu schaffen. Der Leitfaden zeigt auf, dass es nahezu überall Möglichkeiten sowohl bei der alltäglichen forstlichen Bewirtschaftung als auch als größeres Projekt gibt, die Insektenvielfalt zu fördern. Angefangen mit bestimmten Maßnahmen beim Wegebau über die Gestaltung und Pflege von Tümpeln, bei der Behandlung von Waldrändern und Wiesen bis hin zur Freistellung von Lehmwänden, den natürlichen Insektenhotels. //

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