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Konzept für Fledermausmonitoring

Konzept für Fledermausmonitoring

Um das Vorkommen und die Entwicklung der Fledermausarten in den Wäldern Baden-Württembergs erfassen zu können, arbeitet die Abteilung Waldnaturschutz an einem landesweiten Fledermausmonitoring. 

von Martina Borowski

In Baden-Württemberg sind 23 verschiedene Fledermausarten heimisch – damit machen sie mehr als ein Viertel der Säugetierarten aus, wie die FVA (Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg) mitteilt. Viele dieser unter Schutz stehenden Spezies beziehen Quartiere in Bäumen im geschlossenen Wald oder an Waldrändern. Als Quartiere für die Wochenstuben, zur Paarung oder teilweise sogar für den Winterschlaf, werden je nach Präferenz der Art beispielsweise Spechthöhlen, Astabbrüche, Stammrisse oder Rindenschuppen genutzt.

Das Vorkommen entsprechender Strukturen im Wald ist daher essenziell für Fledermäuse.“

FVA

Neben den Quartieren wird der Wald von vielen Fledermausarten auch zur Jagd von Insekten aufgesucht. Während einige Arten wie der Kleinabendsegler bevorzugt über den Baumwipfeln jagen, seien Bechsteinfledermäuse häufig im Kronenbereich auf Nahrungssuche. Das Große Mausohr hingegen sammele am liebsten direkt Insekten vom Waldboden ab. Entsprechend sind die jeweiligen Anforderungen an die Waldstruktur verschieden.

Fledermäuse sind sensibel bei Veränderungen

Fledermäuse werden im Verhältnis zu ihrer Körpergröße besonders alt, weshalb sie Strukturen im Wald über lange Zeit hinweg nutzen. Dieses traditionelle Verhalten ist eine der Eigenschaften, welche diese Artengruppe gegenüber Veränderungen im Wald besonders sensibel macht, so die FVA weiter.

Hauptziel des Fledermausmonitorings sei es, langfristige Trends des Fledermausvorkommens und ihrer Aktivitätsdichte zu ermitteln. Diese sollen dann mit dem Waldmanagement in Baden-Württemberg abgeglichen werden. So könnten dann zum Beispiel Schutzmaßnahmen evaluiert und Managementempfehlungen abgeleitet werden.

Umfassende Daten zu Fledermäusen

Das Programm werde in enger Vernetzung mit anderen Institutionen entwickelt, die Daten zu Fledermäusen erheben und soll langfristig in ein umfassendes Biodiversitätsmonitoring eingebunden werden. Hierzu erfolge die Abstimmung mit bestehenden und derzeit in Entwicklung befindlichen Monitoringprogrammen, wie beispielsweise dem Insektenmonitoring-Projekt der FVA, die Nutzung gemeinsamer Stichprobenflächen, die repräsentativ über den Wald Baden-Württembergs verteilt werden, sowie die Abstimmung des Aufnahmeturnus.

Dem Konzept werde ein modularer Aufbau zu Grunde liegen:

  • Das sogenannte Grundprogramm wird Daten zu Artenvielfalt und Aktivitätsdichten von Fledermäusen im Wald liefern.
  • Weitere Spezialmodule sollen zudem zur Ergründung von Einzelfragestellungen beispielsweise zu Auswirkungen von Waldbewirtschaftung, Klimawandel oder Sonderstandorten, konzipiert werden. //

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