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Positionspapier zu Streusalz

Positionspapier zu Streusalz

Aus aktuellem Anlass haben die GALK (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz) und die VSSG (Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter) die negativen Auswirkungen von Auftausalzen auf Bäume in einem Positionspapier zusammengestellt.

von Martina Borowski

Bereits mit ihrem Positionspapier vom Dezember 2011 forderten beide Verbände den Schutz der Stadtbäume vor den schädlichen Wirkungen von Salzen. Den nötigen, bundesweiten Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur und die gleichzeitige Forderung nach einem intensivierten Winterdienst für Radwege nehmen GALK und VSSG zum Anlass, sich erneut zu positionieren.

Ein weiterer Anlass ist der Vorstoß der Siedlungswasserwirtschaft, Straßenwasser aus Starkregenereignissen direkt in die mit Rigolen verbauten Pflanzgruben von Straßenbäumen einzuleiten.

Dies widerspricht den Bemühungen der letzten Jahrzehnte, das Eindringen von Salzen in die Wurzelräume zu verhindern.“

Gerhard Doobe, GALK-Internetredaktion

Die Konsequenzen für den Baumbestand sind in ihrem ganzen Umfang noch gar nicht abschätzbar und werden in dem Positionspapier zunächst nicht weiter behandelt.

Typische Streusalzsituation aus Hamburg trotz Streuverbot auf Fußwegen. (Foto: Gerhard Doobe)

Salzbelastung steigt weiter an

Klar ist allerdings: Wenn im Rahmen zukünftiger Winterdienste auch auf Radwegen regelmäßig auftauende Mittel ausgebracht werden, wird die Salzbelastung vor allem dort weiter steigen, wo Radwege auf gleichem Niveau mit dem Fußweg verlaufen, so steht es in dem Positionspapier. Ein Fazit des Arbeitskreis Stadtbäume der GALK und der Arbeitsgruppe Stadtbäume der VSSG lautet deshalb:

Ein auch auf Radwege ausgeweiteter Streusalzeinsatz ist nicht akzeptabel.“

Vorrangiges Ziel sei stattdessen die Verlagerung der Radwege auf die Straße. Zudem sei ein „differenzierter Winterdienst“ mit einem abgestuften Einsatz von Streustoffen nach Straßen- und Wetterlage in Hinblick auf Salzstreuung, Splittstreuung und Nullstreuung ein geeignetes Instrument zur Optimierung des Winterdienstes. Eine weitere Forderung:

Die Suche nach alternativen Tau- oder Abstumpfungsmitteln muss ausgeweitet und intensiv wissenschaftlich begleitet werden, sowohl bodenkundlich als auch baumbiologisch.“

Umfangreiche Informationen zum Thema Streusalz

Das Postionspapier steht als Download auf der Website der GALK, es kann auch in gedruckter Form bei der GALK-Geschäftsstelle bezogen werden. Die GALK bietet zudem auf einer Themenseite zu „Streusalz und Stadtbäume“ umfangreiche Informationen zu den Auswirkungen von Tausalzen auf Bäume. //

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