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Klettermeisterschaften starten mit neuen Disziplinen

Klettermeisterschaften starten mit neuen Disziplinen

Die 28. Deutsche Baumklettermeisterschaft findet dieses Jahr vom 18. bis 21. Mai im Solepark von Schönebeck/Bad Salzelmen statt. Dabei werden zwei neue Disziplinen eingeführt.

von Jan von Hofmann/Jürgen Unger

Wir freuen uns besonders, da wir noch nie in Sachsen-Anhalt zu Gast waren und unsere Gastgeberin, die Verwaltung des Soleparks, uns bislang sehr in unserer Organisation unterstützt. Wie bereits in der Baumzeitung 6/2022 angekündigt, werden bei den kommenden Wettkämpfen zwei neue Disziplinen eingeführt.

Die Baumklettermeisterschaften sind ein Berufswettkampf, der baumpflegerische Bereich wurde dabei bislang aber nur am Rande behandelt, in einem extra ausgetragenen Wettkampf für visuelle Baumansprache. Mit Blick auf die steigenden Zahlen der bei der SVLFG gemeldeten Unfälle, hier besonders auf die Unfälle im Zusammenhang mit Baumversagen, hat sich der Vorstand der ISA Germany dazu entschlossen, diesem Bereich mehr Rechnung zu tragen. Hieraus ist die Disziplin „Baumansprache“ kreiert worden.

Neuer Parcours Baumansprache

Beim Parcours Baumansprache soll eine intensive visuelle Auseinandersetzung mit dem Baum simuliert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich der Bekletterbarkeit aus der Perspektive der Sicherheit, aber auch des Artenschutzes. Hierzu werden drei unterschiedliche Bäume gewählt, die mit entsprechenden Markierungen in Astgabeln versehen werden. Diese sollen vom Boden aus beurteilt und gegebenenfalls entsprechende Techniken zum Seileinbau genannt werden.

Zudem müssen die Teilnehmenden Bilder mit baumabhängigen Schadsymptomen ziehen und beurteilen, ob diese etwas an der Technik ändern würden oder worauf zusätzlich zu achten wäre. Auch dieser Parcours wird, wie alle anderen Disziplinen, mit einem Zeitlimit versehen und ein Schwierigkeitslevel so installiert, dass es zu einer gewünschten Punkteverteilung kommen kann.


Bei der Deutschen Klettermeisterschaft gibt es zwei neue Disziplinen. (Foto: Jürgen Unger)

Parcours Throwline/Aufstieg

Außerdem soll die Aufstiegsdisziplin „Ascent Event“ nicht mehr Teil der Deutschen Baumklettermeisterschaft sein. Diese wurde vor rund fünf Jahren eingeführt, um verschiedene Aufstiegsmethoden zu vergleichen. Die Produzenten von Klettergeräten haben den Markt schnell mit mehreren neuen Geräten bedient, seitdem hält sich die Innovation beim „Ascent Event“ in Grenzen und der Parcours ist zu einer reinen Geschwindigkeitsvorführung geworden. Somit entstand die Idee, statt des bisherigen Wurfparcours „Throwline“ und des Aufstiegs‧parcours „Ascent Event“ eine Kombination aus beidem zu bieten. Dabei werden an einem Baum vier Astgabeln in unterschiedlichen Höhen markiert und mit jeweils einer Glocke versehen. Die Wettkämpfenden müssen in einer vorgegebenen Zeit eine dieser Astgabeln anwerfen, ein Aufstiegsseil einziehen und an diesem bis zu der Glocke aufsteigen. Dabei werden die Wurfhöhe, der Einzug des Aufstiegsseils, die Verankerung des Aufstiegsseils, die Aufstiegsgeschwindigkeit und die Gesamtzeit bewertet.

Alle Teilnehmenden werden sofort nach ihrer Registrierung ein umfassendes Regelwerk beider neuen Disziplinen erhalten, sodass sie sich eingehend auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können. //


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