Aktion „Rettet die Kastanien“

Auch die Kastanien haben unter der monatelangen Trockenheit stark gelitten. Die frühe Braunfärbung der Blätter im Sommer und der vorzeitige Laubfall machte es für jeden sichtbar.

Wird jetzt im Herbst das Laub der Kastanie zügig entfernt, wird die Vermehrung der Kastanien-Miniermotte verhindert. (Foto: Pixabay)

Das bislang wirksamste Mittel gegen die Vermehrung der Kastanien-Miniermotte ist das zügige Beseitigen des Herbstlaubes. Denn die letzte der jährlich durchschnittlich drei Generationen der Kastanienminiermotte überwintert in den Kastanienblättern. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ruft deshalb seit Jahren alle Baumschützer im November auf, nach vollständigem Laubabfall im Herbst das Kastanienlaub sorgfältig zu sammeln. Seit zwei Jahrzehnten werden die Kastanien durch die Kastanienminiermotte in ihrer Vitalität beeinträchtigt. Dieser Schädling ist ein winzig kleiner Schmetterling, der aus dem Balkan eingewandert ist und sich hier ohne natürlichen Gegenspieler ungehemmt vermehren konnte. Durch die Miniermotte verlieren die Kastanien seit Jahren ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die durch zahllose Fraßstellen in den Blättern verminderte Photosynthese und die so verkürzte Vegetationszeit führen dazu, dass die geschwächten Bäume anfälliger gegen Pilze, Bakterien und anderen Schädlinge werden.

Betroffen ist fast die Hälfte aller Kastanien

In den vergangenen Jahren hat sich das Bakterium Pseudomonas syringae auf den Kastanien stark verbreitet. Es verstopft die Leitungsbahnen und macht den Wasser- und Nährstofftransport unmöglich. Betroffen ist inzwischen fast die Hälfte aller Kastanien, sowohl junge als auch alte Bäume. Manche Städte, wie zum Beispiel Krefeld, Duisburg, Viersen und Essen haben bereits große Ausfälle zu beklagen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man den Kastanien beim Überleben hilft. Allein das gewissenhafte Laubsammeln und Verbrennen kann die Überlebenschance der Bäume erhöhen. Auch die Wissenschaft, wie Prof. Dr. Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden, unterstützt das Engagement der Waldschützer. Die SDW bittet deshalb mitzuhelfen und möglichst vollständig Laub zu sammeln und anschließend zur Verbrennung zu bringen. „In Gegenden, in denen seit Jahren das Kastanienlaub konsequent gesammelt wird, sehen die Kastanien viel besser aus“, stellen die Waldschützer fest und hoffen auf weiterhin gute Unterstützung der Kommunen. (sdw)

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