ALB-Monitoring in Miesbach auf Hochtouren: kein weiterer Befall entdeckt

Das Monitoring mit verschiedenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) läuft derzeit in Miesbach. Die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) können eine positive Zwischenbilanz ziehen: Bisher wurden keine weiteren befallenen Bäume oder Sträucher und keine lebenden Käfer oder Larven gefunden.

Anfang August 2019 wurde in Miesbach Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer festgestellt. Mitte November 2019 haben die Landesanstalten für Landwirtschaft (LfL) sowie für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in den Allgemeinverfügungen die Quarantänezone sowie die dort zu ergreifenden Maßnahmen festgelegt. (Foto: LfL)

Die LfL hat Baumkletterer zum ALB geschult und damit beauftragt, in den Kronen der Bäume nach Befallsmerkmalen des gefährlichen Quarantäneschädlings zu suchen. In der sogenannten „Fokuszone“, also im Radius von 500 m um die ursprünglich befallenen Bäume, werden die Baumkronen auf Anzeichen des ALB untersucht. Sträucher und schwächere Bäume, die nicht beklettert werden können, werden vom Boden aus begutachtet. Den Rest der Quarantänezone kontrollieren die LfL-Inspektoren beim sogenannten Bodenmonitoring, bei Bedarf auch mit Ferngläsern oder Spektiv. Fangbäume sollen noch vorhandene Käfer anlocken ebenso wie Pheromonfallen, in beiden Fällen gab es keine Funde. Speziell ausgebildete ALB-Spürhunde ergänzen die Maßnahmen und werden vor allem bei Hecken und Feldgehölzen, bei der Kontrolle von Schnitt-gut und insbesondere bei Verdachtsfällen gezielt eingesetzt.

Von der Eiablage bis zum Schlüpfen dauert es zwei Jahre

Die Entwicklung des ALB dauert, von der Eiablage zum neuen Käfer, insgesamt zwei Jahre. Dieser Zyklus ist jetzt, seit der ersten Entdeckung des ALB-Befalls im August 2019, vergangen. Die Käfer würden also vermutlich heuer schlüpfen. Wenn keine neuen Käfer auftreten, war die Bekämpfung im letzten Jahr wirksam. Die erste Runde des LfL-Bodenmonitorings steht kurz vor dem Abschluss, mit bisher negativen Ergebnissen als erfreulicher Zwischenbilanz. Die Pheromonfallen wurden heuer in zwei Runden kontrolliert, ohne Funde. Die sogenannten Fang-bäume in der Befallszone werden wöchentlich auf Spuren von Reifungsfraß sowie Eiablagestellen untersucht.

Beobachtungen können noch jederzeit gemeldet werden

Derzeit ist die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger sehr rege, regelmäßig erhält die LfL Meldungen von Handwerkerböcken oder heimischem Moschusbockkäfern, auch Pappelbock und Alpenbockkäfer wurden gesehen. Diese heimischen Käfer bitte bei Entwarnung wieder in der Nähe des Fundortes freilassen. Die LfL bittet die Bürgerinnen und Bürgern auch weiterhin, ihre Beobachtungen per Mail, Telefon an die ALB-Hotline oder direkt an die Experten im Rahmen der Monitoringbesuche zu melden. Besondere Auflagen gelten nach wie vor bei der Entsorgung des Schnittguts von Laubgehölzen. Abgeschnittene Äste und Zweige von Laubbäumen und -sträuchern dürfen auch weiterhin auf dem eigenen Grundstück als Brennholz oder geschreddert als Mulch verwenden werden. Sie können es ebenso zum Sammelplatz auf der Waitzinger Wiese bringen. Bitte geben Sie dort neben Ihrem Namen auch die Anschrift von dem Grundstück an, von dem das Holz stammt. Bei einem Fund kann damit die Herkunft zurückverfolgt werden. Es müssen weiterhin alle Wirtspflanzen in der ganzen Quarantänezone von den jeweiligen Eigentümern oder Verfügungsberechtigten alle zwei Monate auf Anzeichen des ALB untersucht werden. Hierfür kann auch eine fachkundige Person beauftragt werden. So verfährt etwa die Stadt Miesbach, die diese Kontrollaufgabe an geeignete Firmen übergeben hat. (lfl-bayern)

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