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22. 02. 2018

ALB in Sachsen-Anhalt: Befallsherde saniert

Fraßgänge des ALB (LLG)

Seit dem ersten Fund eines Asiatischen Laubholzbockkäfers (Anoplophora glabripennis) am 21.08.2014 sind über 40 Monate vergangen. In der Organisation zur Bekämpfung dieses sehr gefährlichen Schädlings ist somit eine Art Routine eingetreten. Die Quarantänezone hat sich seit dem ersten Fund von 12,6 km² und 315 Planquadraten mit einer Größe von 200 mal 200 Meter auf 44 Fundorte mit einer Fläche von 57,6 km² und 1440 Planquadraten Ende 2017 vergrößert. Im Jahr 2017 sind vier neue Fundorte dazugekommen.

Wie die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) weiter informiert, führten die  44 Fundorte in über drei Jahren zu 34 Fällzonen mit einer Fläche von 77,64 ha. Bei den Fällmaßnahmen mussten insgesamt ca. 8.800 Laubgehölze gefällt und fachgerecht entsorgt werden. In dieser Zahl sind neben einigen großen Laubbäumen auch viele kleine Büsche und Hecken enthalten.

Zur Kontrolle und Bekämpfung des Schädlings erlässt die LLG jeweils eine den aktuellen Bedingungen angepasste Allgemeinverfügung. Bis Mai 2017 wurden 7 Allgemeinverfügungen erlassen. In den letzten drei Jahren hat die LLG mit der Unterstützung der Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ÄLFF) sowie des Landeszentrums Wald (LZW) alle erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung des Durchführungsbeschlusses (EU) 2015/893 geplant, durchgesetzt, kontrolliert und abgerechnet. Dazu zählen Winter- und Sommermonitoring, intensives Kronenmonitoring, Einsatz von Spürhunden, visuelle Kontrolle und Monitoring mit Lockstofffallen.

In 2017 keine ALB-Käfer mehr in Lockstofffallen gefangen

Im Gegensatz zu den Jahren 2015 und 2016 wurden im Jahr 2017 in den 263 Lockstofffallen keine Käfer des ALB mehr gefangen. Dies deutet darauf hin, dass die bisher bekannten Befallsherde saniert werden konnten. Die Sturmereignisse der Monate Juni und Oktober 2017 führten zu einer zusätzlichen Anliefermenge von 1.780 Tonnen Laubholz zur fachgerechten Vernichtung im Biopelletwerk. Für die Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung des ALB hat das Land Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 etwa 1,13 Mio. €uro aufwenden müssen. Partner bei der Umsetzung des Durchführungsbeschlusses sind das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, die Landeshauptstadt Magdeburg, die Landkreise Jerichower Land und Börde und das Landeszentrum Wald.

Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit

Positiv zu verzeichnen ist, dass es im Jahr 2017 zu keiner weiteren Ausweitung des Befallsgebietes um Magdeburg Rothensee gekommen ist. Sowohl der Einsatz von Lockstofffallen, das Monitoring als auch der Einsatz von Hunden erbrachten keine neuen Befallsherde. 2018 wird das Land Sachsen-Anhalt weiterhin alle Maßnahmen zur vollumfänglichen Umsetzung des Durchführungsbeschlusses (EU) 2015/893 ergreifen. Durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mittels Schautafeln, Flyer und Veranstaltungen sollen die Bürger der Landeshauptstadt Magdeburg und ihre Besucher noch besser zum Stand informiert werden. (LLG)

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