Artenschutz am Arche-Baum

Der langfristige Erhalt alter und aus der Nutzung gefallener Kopfeichen ist das Ziel eines Naturschutzgroßprojektes am Hetzleser Berg im Landkreis Forchheim. Etwa 1.000 Kopfeichen (nicht –weiden!) gibt es noch am Hetzleser Berg, und die regelmäßige Baumpflege hilft, diese alten Bäume als wertvolle Lebensräume zu erhalten. Es gilt, die Bäume vor dem Auseinanderbrechen zu schützen, um langfristig die Lebensräume für die sehr seltene Käferfauna zu sichern.

In einer langjährigen Studie hat Dr. Jürgen Schmidl die xylobionte Käferfauna in diesen historischen Kopfeichen inventarisiert. Es sind für die Kopfeichen und die umliegenden Streuobstbestände bisher 245 xylobionte Käferarten dokumentiert. Insgesamt wurden 80 gefährdete xylobionte Käferarten (Rote-Liste-Arten) der RLD 2011 beziehungsweise RLBY 2004 erfasst, davon für die Kopfeichen 68 Arten. Der Hangfuß des Hetzleser Berg wird in diesen Studien daher als einer der qualitativ hochwertigsten Lebensräume für xylobionte Insekten in Bayern eingestuft. Einige dieser hochspezialisierten und daher seltenen Käferarten rücken zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit und kommen in besonderen Einzelfällen auch anderswo, sogar im städtischen Umfeld vor. Bekanntestes Beispiel ist der Eremit.

Um unter anderem seinen Lebensraum zu studieren und den baumpflegerischen Umgang mit seinem Lebensraum zu diskutieren, stellt der Hetzleser Berg einen idealen Exkursionsort dar. Hier findet man das größte Eremitenvorkommen in Bayern. Weitere Informationen zum Bayern-Netz-Natur-Projekt „Kultur- und Naturlandschaft mit Kopfeichen am Hetzleser Berg“ unter www.lpv-fo.de. 

Artenschutz-Workshop vor Ort

Speziell für Baumpfleger, Planer und Behördenvertreter veranstaltet Brudi & Partner, TreeConsult, gemeinsam mit der Münchner Baumkletterschule und Dr. Jürgen Schmidl am 19. September einen Workshop am Hetzleser Berg, der sich mit dem Artenschutz in der Baumpflege allgemein, aber auch speziell bezogen auf solche „uralte“ Besonderheiten befasst.

Über die Biologie alter und langsam absterbender Bäume sowie die Ansprüche xylobionter Käferarten an die besonderen Habitate in Altbäumen und deren Umgebung werden Möglichkeiten der praktischen Baumpflege abgeleitet, die dem langfristigen Erhalt und der Pflege von Archebäumen und anderen wertvollen Altbäumen dienen.Auf der Exkursion werden Pflegemaßnahmen an Altbäumen besichtigt, beurteilt, diskutiert. Weitere Infos: www.tree-consult.org/index.php/seminarkalender.html oder www.baumkletterschule.de. (Adrienne Akontz)

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