Bäume erzählen ihre Geschichte

Über 200 Jahre alt sind die Bäume im Museumspark in Braunschweig und wer so alt ist, hat eine Menge zu erzählen. Beim „Langen Tag der StadtNatur“ führten Jörg Ulber und Uwe Kirchner, Mitarbeiter der Stadt Braunschweig aus dem Sachgebiet Baumpflege, Besucher durch den Park und erklärten die „Körpersprache der Bäume“.

Beim „Langen Tag der Stadt Natur“ führten Jörg Ulber (rechtes) und Uwe Kirchner (links), Mitarbeiter der Stadt Braunschweig aus dem Sachgebiet Baumpflege, Besucher durch den Park. (Foto: Termeer)

Uwe Kirchner kontrolliert alle Bäume und notiert seine Beobachtungen auf seinem Touchpad - hier sind alle Bäume im Museumspark eingezeichnet. (Foto: Termeer)

Die Buche mit einer Verdickung am Stamm erzählt von ihrer Veredelung vor 200 Jahren. (Foto: Termeer)

Diese Ahorn ist von einem Hallimasch-Pilz befallen. (Foto: Termeer)

Der „Lange Tag der StadtNatur“ fand 2007 zum ersten Mal in Berlin statt, jetzt hat auch Braunschweig das Konzept aufgegriffen. Kinder konnten in den Parks und auf dem Schlossplatz bei vielen Aktionen mitmachen, im ganzen Stadtgebiet verteilt gab es Stände, Mitmach-Aktionen und Führungen. Im Museumspark konnten Besucher mit dem Hubwagen über die Dächer von Braunschweig blicken oder an der Führung „Körpersprache der Bäume“ teilnehmen. Die Bäume im Park sind alle um die 200 Jahre alt – sie haben schon etliche Stürme erlebt und an der einen oder anderen Stelle kann man das jetzt noch sehen: 2007 fegte der Orkan Kyrill über Europa hinweg und dieser Orkan hat bei einer großen, stattlichen Buche einen Ast ausgebrochen. Dort hat sich nun ein Pilz  - ein Schwefelporling - ausgebreitet.

Die Eiche zeigt Folgen der Bodenverdichtung 

Eine andere Geschichte erzählt Jörg Ulber vom Sachgebiet Baumpflege der Stadt Braunschweig zu der Eiche ein Stück weiter: Der Baum hat zwar keinen Pilzbefall, aber die Krone ist ausgedünnt und der Baum sieht insgesamt nicht sehr vital aus. Schuld daran ist  der Mensch: Direkt neben dem Baum beginnt der neue Anbau des Anton-Ulrich-Museums und bis zu seiner Fertigstellung sind täglich schwere Baumaschinen an den Baum vorbeigefahren. Als der Anbau dann fertig war, wurde einfach neue Erde auf die Wurzeln der Eiche geschüttet. Die Eiche zeigt nun die Folgen der Bodenverdichtung. „Irgendwo mussten die schweren Maschinen entlang fahren und leider hat es diesem Baum gar nicht gefallen. Wir entfernen jetzt immer das Totholz, mehr können wir nicht machen“, sagt Uwe Kirchner vom Sachgebiet Baumpflege der Stadt Braunschweig.

Bürger weisen die Fachleute auf Baumschäden hin

Eine Buche mit einer Verdickung am Stamm erzählt von ihrer Veredelung vor 200 Jahren und ein paar Meter weiter, ist ein Ahorn von einem Pilz befallen. „Das ist ganz klar ein Hallimasch-Befall, man erkennt ihn auch an den schwarzen Linien “,  sagt Kirchner. Mehrmals im Jahr macht Uwe Kirchner seine Runde in dem Park: Er kontrolliert alle Bäume und notiert seine Beobachtungen auf seinem Touchpad mit dem Programm Pit Kommunal. Das Computerprogramm erinnert Kirchner automatisch daran, wann wieder ein Kontrollgang nötig ist. „Bei jedem Kontrollgang trage ich ein, wann der nächste Termin fällig ist. Das kommt darauf an, wie der Zustand des Baumes ist und wo er steht“, erzählt Kirchner. Oft rufen auch Bürger an und weisen die Fachleute auf Baumschäden hin. Ein großes Thema waren in diesem Sommer die Platanen, die ihre Rinde abgeworfen haben. „Da gab es etliche Anrufe und das war in vielen Städten ein großes Thema. Doch da konnten wir die Bürger beruhigen, das ist ganz normal, wenn die Platanen wachsen und diesen Sommer konnten sie eben wegen der Hitze besonders gut wachsen“, sagt Jörg Ulber.  Die extreme Trockenheit habe aber anderen Bäumen zu schaffen gemacht – wobei Bäume generell auch einiges aushalten können.  Trotzdem sind die Fachmänner der Meinung, dass sich viele Schäden durch den extrem trockenen Sommer erst in den nächsten Jahren zeigen werden. Und wer weiß: Wenn es nochmal einen „Langen Tag der StadtNatur“ in Braunschweig geben sollte, dann können vielleicht die Bäume von ihrem Hitzesommer 2018 erzählen. (Sarah Termeer)

 

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