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15. 09. 2017

Baumfällung: Vorsicht vor Pilzsporen

Rußrindenkrankheit an Ahorn: Rindenrisse und abplatzende Rinde sind Zeichen eines fortgeschrittenen Krankheitsstadiums (Foto: Metzler/FVA Baden-Württemberg)

Sind Ahornbäume mit der Rußrindenkrankheit befallen, ist bei deren Fällung Vorsicht angebracht. Denn die Pilzsporen können die Lunge angreifen, wie die SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) warnt. Zeichen für einen Befall des Baumes sind die aufreißende Rinde an absterbenden Ahornbäumen und dunkle, rußähnliche Pilzsporen, die darunter zutage treten.

Eine Fällung ist in der Regel – insbesondere in städtischen Grünanlagen oder in privaten Gärten – aus Sicherheitsgründen unvermeidbar. Die SVLFG rät, die Fällung und Aufarbeitung nur von dafür ausgebildeten Fachleuten vornehmen zu lassen, die über eine passende Ausrüstung und die notwendigen Kenntnissen verfügen.

Vorsicht Pilzsporen

Fällung und Aufarbeitung von kranken Bäumen oder Totholz bergen generell eine erhöhte Unfallgefahr. SVLFG-Mitarbeiterin Dr. Alexandra Riethmüller rät aber auch aus anderen Gründen, den Aufenthalt in der Nähe von Ahornbäumen mit Rußrindenkrankheit zu meiden: „Sporen dieser Pilzart können eine Farmerlunge, das heißt, eine Entzündung der Lungenbläschen, auslösen. Auch aus diesem Grund sollten Fällarbeiten an mit dieser Pilzart erkrankten Ahornarten nur von Spezialisten durchgeführt werden. Krankheitssymptome, wie zum Beispiel Reizhusten, Fieber, Atemnot oder Schüttelfrost, treten charakteristischerweise sechs bis acht Stunden nach dem Kontakt auf und halten mehrere Stunden, selten über Tage oder Wochen, an“. Dr. Riethmüller ist im Bereich Prävention unter anderem zuständig für biologische Gefährdungen, zu denen auch der Erreger der Rußrindenkrankheit des Ahorns gehört. Sie weist darauf hin, dass Fällarbeiten möglichst bei feuchter Witterung durchgeführt werden sollten, um eine Ausbreitung der Konidien einzudämmen. Das befallene Holz eignet sich übrigens nicht als Brennstoff.

Schutzmaßnahmen ergreifen

Grundsätzlich rät die SVLFG-Mitarbeiterin zur Vollmechanisierung (Harvester). Kommt nur eine motormanuelle Fällung in Frage, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehört das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung für Waldarbeit. Zusätzlich werden eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP 2 mit Ausatemventil, eine Schutzbrille und ein körperbedeckender Schutzanzug mit Mütze benötigt. Um die Sporen nicht in andere Arbeitsbereiche oder in die Wohnung zu tragen, müssen alle mehrfach verwendbaren Teile der Persönlichen Schutzausrüstung nach der Verwendung gründlich gereinigt werden. Einweganzüge sind fachgerecht zu entsorgen.

Wer hilft weiter?

Wer erkrankte Bäume im eigenen Bestand hat, sollte sich an den zuständigen Förster oder an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung wenden, um das weitere Vorgehen abzusprechen, rät die SVLFG. In der Regel können dort auch Adressen von forstwirtschaftlichen Dienstleistern erfragt werden. Weiterführende Informationen und eine Musterbetriebsanweisung gibt es unter www.svlfg.de unter Eingabe des Suchbegriffs Rußrindenkrankheit. 

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Comments (1)

  1. Manfred
    Manfred at 26.09.2017
    Hallo,
    aus eigener Erfahrung kann ich sagen das es bei der Umsetzung der Schutzrichtlinien an allen Ecken und Enden happert. Grund dafür sind wie in den meisten Fällen die Kosten.
    Wenn ich einen Ahorn mit eindeutiger Rußrindenkrankheit hatte, wurde zuerst von den Meistern nachgefragt ob ich ihn nicht vielleicht mit der Brandkruste verwechseln würde. Selbst wenn ich alle Maßnahmen ergriffen hatte die meiner Macht obliegen, spätestens wenn der Containerfahrer mit einem offenen Container auf der Baustelle erscheint und sagt er braucht kein Netz, sind ja eh nur alles Spinnereien, dann ist klar wie ernst die Sache genommen wird.
    Ist der Container dann wirklich mal in der Verbrennung gelandet heißt es irgenwann, der Spinner nimmt sich viel zu wichtig und produziert nur unnötige Kosten.
    Eine wahre Selbsterfahrung aus dem öffentlichen Dienst.
    Kollegiale Grüße

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