Baumschutz im Streitgespräch

Welche Lobby haben Bäume in der Stadt? Dass die Bürger sehr sensibel auf das Thema Baumfällungen reagieren, zeigte sich in den letzten Wochen in Braunschweig: Eine Bürgerinitiative gegen Baumfällungen hatte sich gegründet, um gegen vermeintlichen „Kahlschlag“ in der Stadt aktiv zu werden. Die örtliche Presse reagierte und berichtete in einigen Ausgaben über „illegale Baumfällungen“ und radikale Pflegemaßnahmen in einem Park. Höhepunkt der Auseinandersetzung war eine Podiumsdiskussion Ende März 2004 von der Braunschweiger Zeitung (BZ) unter dem Motto: „Brauchen wir wieder eine Baumschutzsatzung?“. Das Interesse war groß, über 200 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen. Seit zwei Jahren gibt es in Braunschweig keine Baumschutzsatzung mehr und nun stand die Frage im Raum, ob es seitdem vermehrte Baumfällungen gegeben hat. Wie sich in Äußerungen von zwei GaLaBau-Betrieben zeigte, hätten die Baumfällungen im privaten Bereich seit Fortfall der Baumschutzsatzung zugenommen. Trotzdem scheint es eine Lobby für Stadtbäume zu geben, denn wie sich am Ende des „Stadtgespräches“ zeigte, war die überwiegende Mehrheit der anwesenden Bürger für eine neue Baumschutzsatzung in Braunschweig. Zudem verdeutlichte die Diskussion erneut, wie wichtig der Informationsfluss ist. Die Bürger möchten frühzeitig informiert werden, wenn es darum geht, dass Bäume in der Stadt gefällt werden sollen.

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