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16. 10. 2017

Biologisches Kontrollsystem für Eschentriebsterben gesucht

Geschädigte Eschen. Foto: Dr. Andreas Ulrich/ZALF

Mikroorganismen, die den Erreger des Eschentriebsterbens hemmen oder durch Konkurrenz unterdrücken – danach wird im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts gesucht. Beteiligt an dem Projekt sind das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und das Thünen-Institut (TI). Es soll die bisherigen wissenschaftlichen Anstrengungen im Kampf gegen die Baumkrankheit unterstützen. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines biologisches Kontrollsystems, bei dem der auslösende Pilz Hymenoscyphus fraxineus – das Falsche Weiße Stengelbecherchen – mit Hilfe von antagonistischen Mikroorganismen bekämpft wird.

Aussichtsreiche Option zur Eindämmung des Eschentriebsterbens

„Wir haben es hier mit einer aussichtsreichen Option zur Eindämmung des Eschentriebsterbens zu tun“, so Projektkoordinator Dr. Andreas Ulrich vom ZALF. „Wenn es funktioniert, handelt es sich um eine synergetische Ergänzung zur Züchtung resistenter Eschen, wie sie gerade die Kollegen im Projekt ResEsche erproben.“

Im ersten Schritt planen die Forscher, befallene und resistente Eschen daraufhin zu untersuchen, von welchen Mikroorganismen sie besiedelt werden und welche von diesen möglicherweise eine antagonistische Wirkung auf den Erreger haben. In einem zweiten und dritten Schritt wollen die Forscher die identifizierten Bakterien oder Pilze kultivieren und sie auf ihre Wechselwirkung mit dem Schaderreger untersuchen.

Eschen im Gewächshaus als Testobjekte

Eine Auswahl an Bakterien oder Pilzen soll dann an anfälligen Eschen im Gewächshaus getestet werden. Die Selektion wirksamer Bakterien und Pilze soll die Grundlage für die Entwicklung eines biologischen Schutzes gegen Hymenoscyphus fraxineus bilden.

Die inzwischen in Europa weit verbreitete Baumkrankheit ist zu einer ernsten Bedrohung für die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) geworden, die die forstwirtschaftliche Zukunft der Baumart in Frage stellt. An der Abwendung dieser Bedrohung forschen zurzeit verschiedene Einrichtungen in Deutschland. Um die vielfältigen Aktivitäten zum Eschentriebsterben zukünftig besser abstimmen und koordinieren zu können, legt das Bundeslandwirtschaftsministerium einen entsprechenden Koordinierungskreis auf, führt die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) in ihrer Eigenschaft als Projektträger aus.

Maßnahmen zum Eschentriebsterben auf Bundesebene zusammenführen

Zu seinen Aufgaben gehört die Sammlung und Bündelung des Forschungsbedarfs, darüber hinaus sollen Maßnahmen, die je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein können, auf Bundesebene zusammengeführt werden, um ein effizienteres Vorgehen zu ermöglichen. Der Koordinierungskreis könne als Modell dienen, falls zukünftig auch andere Baumarten gefährdet sind.

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