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16. 05. 2017

Brandenburg: EPS-Bekämpfung startet

Brandenburgs Forstverwaltung führt jetzt auf 62 Hektar Waldfläche Pflanzenschutzmaßnahmen in den Landkreisen Havelland und Ostprignitz-Ruppin durch. (Foto: Pixabay)

In dieser Woche startet wieder die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS), wie das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg mitteilt. Die Ausbringung des Biopräparates erfolge in der Regel mit dem Hubschrauber. Zum ersten Mal werden an Waldwegen auch spezielle Geräte eingesetzt, die das Mittel von unten in die Baumkronen bringen.

Seit einigen Jahren sei der Eichenprozessionsspinner insbesondere im Nordwesten Brandenburgs ein Problem. Intensiver Raupenfraß schade den befallenen Bäumen. Die Brennhaare der Raupen sind zudem eine Gefahr für die menschliche Gesundheit.

Maßnahmen zum Gesundheitsschutz

Deshalb wird Brandenburgs Forstverwaltung Pflanzenschutzmaßnahmen auf 62 Hektar Waldfläche in den Landkreisen Havelland und Ostprignitz-Ruppin durchführen. Das sei eine wesentlich geringere Fläche als in den Vorjahren. Je nach Witterung werden die Pflanzenschutzeinsätze der Forstverwaltung nach etwa einer Woche abgeschlossen sein.

Parallel zu den Maßnahmen der Forstverwaltung werden auch die Landkreise, Kommunen und der Landesbetrieb Straßenwesen wieder gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen. Der Einsatz von Bioziden und die mechanische Entfernung der Raupen dienen hauptsächlich dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung.

Risiko für Umwelt und Gesundheit minimieren

Um die Auswirkungen auf den Naturhaushalt möglichst gering zu halten, wird für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wie in den Vorjahren das selektiv wirkende Bakterienpräparat Dipel ES eingesetzt, welches als biologisches Insektizid auch im Haus-und Kleingartenbereich sowie im Ökolandbau zugelassen ist.

Zur Risikominimierung für Umwelt und Gesundheit sind außerdem strenge Anwendungsbestimmungen einzuhalten. Während der Befliegung und zwölf Stunden danach dürfen die mit Schildern gekennzeichneten Waldgebiete nicht betreten werden. Aus Sicherheitsgründen besteht auf allen behandelten Flächen ein dreiwöchiges Verbot, Pilze und Beeren zu sammeln. In Schutzgebieten erfolgt eine Behandlung des Waldes nur, wenn die zuständigen Naturschutz- und Wasserbehörden ihre Zustimmung erteilt haben.

Nach gründlicher Abwägung der ökologischen Konsequenzen, ist eine Bekämpfung mit Insektiziden das letzte Mittel, um massive Fraßschäden und damit ein Absterben der Bäume zu verhindern. Für eine Eiche könne ein zweimaliger Kahlfraß in Folge das Todesurteil sein.

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