Braunschweiger Forscher suchen Impfstoff gegen Zecken

Wissenschaftler aus Braunschweig haben am 11. September 2019 die Norden Vaccines GmbH gegründet. Ihr Ziel ist es, einen universellen Impfstoff gegen von Zecken übertragene Krankheiten zu entwickeln. Die patentierte und mehrfach preisgekrönte Idee der Gründer: Statt zahlreicher unterschiedlicher Impfungen gegen jede der von Zecken übertragenen Krankheiten entwickeln sie einen einzigen Impfstoff gegen den Überträger selbst, also die Zecke.

Eine ausgewachsene Zecke in der Hand von Professor Michael Hust. (Foto: Michael Hust/TU Braunschweig)

Zecken sind Spinnentiere, die während ihres komplexen Lebenszyklus Blut unterschiedlicher Tierarten aufnehmen. Dabei können sie zahlreiche Infektionserkrankungen übertragen. Am bekanntesten sind die durch Bakterien verursachte Borreliose und die durch Viren verursachte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Weitere Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, sind zum Beispiel das Rocky-Mountain Fleckfieber, das Krim-Kongo-Fieber, die Tularämie (Hasenpest) oder durch Parasiten übertragene Krankheiten wie Babesiose. Eine Herstellung von Impfstoffen gegen alle dieser Krankheiten wäre nicht praktikabel.
Doch es gibt eine andere Möglichkeit, den Folgen eines Zeckenbisses zu entgehen. Denn erst bei der Blutaufnahme kann es zur Übertragung von zahlreichen Infektionserkrankungen kommen. Nach dem Biss benötigt die Zecke 24 bis 36 Stunden, bis sie das Blut aufnehmen kann. In der Zwischenzeit kämpft sie gegen das Immunsystem und die Blutgerinnung des Wirts. Deshalb wollen die Braunschweiger einen Impfstoff gegen das Tier selbst als Überträger der Krankheit entwickeln. Bestimmte Proteine im Speichel der Zecke verhindern zum Beispiel die Blutgerinnung oder den Juckreiz an der Bissstelle. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun einen Impfstoff entwickeln und testen, der zu einer Immunantwort führt, um diese Proteine im Zeckenspeichel zu erkennen und zu neutralisieren.

Der lange Weg vom Forschungsergebnis zum Medikament

Das entsprechende Forschungsprojekt an der Abteilung Biotechnologie der Technischen Universität Braunschweig wird derzeit mit Go-BIO Fördermitteln von mehr als zwei Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Das hochkompetitive Go-BIO Programm fördert explizit die Ausgründung von Firmen für die Weiterentwicklung von Forschungsergebnissen zu konkreten Medikamenten. Die aktuellen wissenschaftlichen Fortschritte haben das Gründerteam nun zum nächsten Schritt veranlasst, um die praktische Herstellung des Impfstoffes angehen zu können. (IDW)

TASPO Baumzeitung Abos

Partner