Dank Kinderhände neue Eichenwälder in Thüringen

Die diesjährige Eicheln-Sammelaktion und die eigene Saatguternte bescherte ThüringenForst ein Rekordergebnis von 18,5 Tonnen Saatgut. Ab 2020 werden die gezogenen Jungbäumchen in die Wälder ausgepflanzt

Haben (nicht nur) Kinderaugen leuchten lassen: Im Herbst 2018 gesammeltes Eichensaatgut für Thüringens neue Mischwälder. (Foto: ThüringenForst)

Tausende von Kindern und Jugendlichen, aber auch Eltern, Waldfreunde und Vereine waren im Herbst 2018 dem Aufruf der ThüringenForst-AöR gefolgt und hatten Eicheln in den heimischen Wäldern gesammelt und in den Forstämtern abgegeben. Denn 2018 zeigte die Eiche Vollmast, produzierte Unmengen Saatgut, was nur alle fünf bis sieben Jahre vorkommt. Der Erfolg der Sammelaktion ist für die Grünröcke überwältigend. Insgesamt rund 18,5 Tonnen Eichensaatgut, vorwiegend Traubeneiche, konnte die Landesforstanstalt verbuchen, 9,9 Tonnen davon hatten fleißige Kinder- und Helferhände in zugewiesenen Waldbeständen unter Aufsicht eines Revierförsters gesammelt. Fast alles hochwertige Saatgut wurde der landeseigenen Forstbaumschule Breitenworbis übergeben. Dort wachsen in wenigen Monaten in riesiger Anzahl junge Eichensämlinge heran, die 2020, spätestens 2021 in den heimischen Wäldern ausgepflanzt werden. Aber nicht nur das: Die Forstämter nahmen auch außerhalb der Saatgutbestände dass durch Kinder und Jugendliche gesammeltes Eichensaatgut an, um es als Winterfutter für das Rot- und Rehwild in den Thüringer Wäldern in der gesetzlichen Notzeit zu verwenden. So oder so, ein tolles Ergebnis für Thüringens Wälder wie auch die heimischen Waldtiere.

Knapp eineinhalb Fußballfelder voll mit Hunderttausenden Eichensämlingen

„Die Aussaatfläche in der betriebseigenen Forstbaumschule in Breitenworbis beträgt allein für die Eicheln rund ein Hektar, was knapp eineinhalb Fußballfeldern entspricht“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Ein Großteil des Saatguts wurde im Herbst 2018 eingesät, der Rest für die Aussaat im Frühjahr eingelagert, um seine Keimfähigkeit zu erhalten. Aus jedem Kilogramm Eichensaatgut erhoffen sich die Förster etwa 100 Sämlinge. Diese werden im Frühjahr 2019 auflaufen, eine erste Auspflanzung kann im Herbst 2020 als dann zweijähriger Sämling erfolgen. Ein Teil der Beete werden mit Lochfolien abgedeckt. Unter diesem Schutz können erste Sämlinge schon im Frühjahr 2020 verwendet werden. Die jungen Eichensämlinge werden in ganz Thüringen für die Waldverjüngung verwendet und vielerorts Mischwälder entstehen lassen.

In Thüringen sind vier Eichenarten verbreitet – mit unterschiedlichster Herkunft

In Thüringens Wäldern finden sich insgesamt vier Eichenarten: Neben der häufigeren Trauben- und Stieleiche auch die wärmeliebende, sehr seltene Flaumeiche. Aus Nordamerika im letzten Jahrhundert eingeführt ist die Roteiche, deren wunderschön rötlich verfärbtes Herbstlaub sicherlich schon so manchen Waldwanderer erfreut hat. „Die Eichen, nach der Buche häufigste heimische Laubbaumart, haben einen Waldflächenanteil von knapp 7% im Freistaat, Tendenz eindeutig steigend“, so Gebhardt abschließend. Und tausende fleißige Kinder und Jugendliche haben ihren Anteil daran. (Thüringenforst)

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