Der städtische Wald als öffentlicher Raum

Wie lässt sich ein städtischer Wald mit den Bedürfnissen seiner Nutzer in Einklang bringen? Dieser Frage sind Studierende der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen beim dritten Workshop im Kölner Waldlabor vom 21. bis 25. Mai nachgegangen.

Zum dritten Mal gab es im Kölner Waldlabor ein Workshop der Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. (Foto: Pixabay)

Die Studierenden der Lehrstühle für Landschaftsarchitektur und künstlerische Gestaltung arbeiteten hierzu gemeinsam mit Studierenden verschiedener anderer Hochschulen an der Architektur eines neuen Waldtyps. Fünf Tage lang lebten und arbeiteten sie im Waldlabor unter einfachsten Bedingungen. Unterstützt wurde die Aktion von Toyota Deutschland und der Stadt Köln. Die diesjährige Waldwerkstatt knüpfte mit der Fragestellung „how to make the urban forest a public space“ thematisch an die zeitgleich in Köln stattfindende Tagung „European Forum on Urban Forestry“ an. Gesucht werden neue Perspektiven und Bezüge zwischen Wald und Besucher. In der Wechselwirkung von ökologischen, ökonomischen und kulturellen Aspekten kann der Wald als Lebensraum und Wohnzimmer, als abstrakter Raum oder als Skulptur gelesen und bearbeitet werden. Durch Interventionen entstehen so neue landschaftsarchitektonische Räume und Perspektiven.

Im "Klimawald" wachsen Bäume, die gegen Trockenheit resistent sind

Toyota, die Stadt Köln und RheinEnergie haben im März 2010 mit der Aufforstung des Waldlabors in Köln-Marsdorf begonnen. Jeder der Partner betreut einen Bereich der insgesamt 16 Hektar großen Experimentierfläche. Im von Toyota finanzierten „Klimawald“ wurden vor dem Hintergrund der Erderwärmung Baumarten gepflanzt, die gegen Trockenheit besonders resistent sind. Die RheinEnergie testet im „Energiewald“, wie sich Holz als nachwachsender Rohstoff bewirtschaften und in das Landschaftsbild integrieren lässt. Die Stadt Köln hat mit Spenden aus der Aktion „Ein Wald für Köln“ den sogenannten „Wandelwald“ aufgeforstet. Er besteht aus einer Mischung verschiedener Baumarten, die zu allen vier Jahreszeiten ein abwechslungsreiches Bild bieten. Der „Wildniswald“ bleibt unangetastet und kann sich natürlich entwickeln. Seit 2016 hat die RWTH Aachen den Waldlaborworkshop zum dritten Mal veranstaltet. Teilgenommen haben auch Studierende der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, der Technischen Universität München, der Ecole Nationale Supérieure dArchitecture de Paris La Villette und der Alanus Hochschule Alfter. (europaticker)

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