Die Hoffnungsträger Berg- und Spitzahorn

Mischwälder sind das Zauberwort der Zukunft. Sie weisen eine höhere Stabilität auf und verringern das Betriebsrisiko für Waldbewirtschafter*innen. Berg- und Spitzahorn bereichern aus vielerlei Gründen das Ökosystem Wald.

Der Ahorn hat im Herbst eine schöne Färbung. (Foto: Pixabay)

Das produzierte Wertholz trägt wesentlich zur Produktdiversifizierung und Risikostreuung der Forstbetriebe bei. Heimische Ahornarten haben eine hohe Relevanz für den Naturschutz, so etwa für Wildbienen und Falter. Expertinnen und Experten des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) haben in einer Broschüre Baumartenportraits der Ahorne, waldbauliche Empfehlungen und Ergebnisse des Projekts APPLAUS zusammengestellt. Die Ahorne lassen sich auch anhand der Blätter und Flügelsamen gut unterscheiden. Wer kennt nicht im Herbst die Momente, wenn im Wald die Samen schraubenförmig zum Boden fliegen. Vom Wind werden sie oft mehr als 100 Meter weit getragen. „Waldbaulich spricht einiges für den Berg- und Spitzahorn: eine hohe Wertleistung, sie sind stabil durch ein Herz-Senkerwurzelsystem, raschwüchsig und verjüngen sich natürlich sehr gut, sagt Heino Konrad, Leiter der Abteilung Ökologische Genetik am BFW.

Die Baumarten passen sich gut an das Klima an

„Beide Baumarten gelten als Hoffnungsträger für Klimawandelanpassung und Bestandesumwandlungen in mittleren und höheren Lagen. Mit den Ergebnissen des Projekts Applaus trägt das BFW wieder ein Stück zur Gestaltung des Waldes der Zukunft bei!“ freut sich Peter Mayer, Leiter des BFW. Wie immer kommt es bei der Baumartenwahl auf den Standort an. Beide Ahornarten benötigen durchlässige Böden mit guter Nährstoffversorgung. Das Anbaurisiko für den Bergahorn wird in Tieflagen künftig steigen. In höheren Lagen mit ausreichend Niederschlägen wird er jedoch weiterhin zum Aufbau stabiler Mischwälder beitragen können. Der Spitzahorn ist im Vergleich zum Bergahorn trockentoleranter und kann auch mit hohen Sommertemperaturen und weniger Sommerniederschlag auskommen.

An heimischem Saatgut herrscht Mangel

Im zweiten Teil der Broschüre werden die Ergebnisse des Projektes „APPLAUS“(Acer pseudoplatanus und A. platanoides in Austria) präsentiert. Ziel von APPLAUS, gefördert vom Bund, Ländern und der Europäischen Union, war die Erfassung und Bewahrung der natürlichen genetischen Vielfalt von Berg- und Spitzahorn in Österreich. Auf der genetischen Vielfalt fußt das natürliche Anpassungspotential einer Baumart. Die Bereitstellung von forstlichem Vermehrungsgut mit einem ausreichenden Grad an genetischer Vielfalt ist daher ein Eckpfeiler der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Obwohl es für den Bergahorn bereits eine relativ hohe Anzahl an Erntebeständen und Samenplantagen gibt, herrscht ein Mangel an heimischem Saatgut. Daher muss oft ausländisches Material eingeführt werden. Beim Spitzahorn ist die Lage noch angespannter, hier werden mehr als 95 % des Vermehrungsgutes importiert. Als Gegenstrategie ist es wichtig, auch für diese Baumart österreichische Saatguterntebestände zu etablieren. Zudem sollten Samenplantagen angelegt werden. (BFW/ Andrea Kodym, Konrad Heino, Lackner Christian)

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