Eichenprozessionsspinner: Übersicht über Mittel zur Bekämpfung

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche, hat am 20. März in Berlin ein Papier zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vorgestellt. Dabei betonte sie: „Die anhaltende Vermehrung des Eichenprozessionsspinners hat vielerorts zu starken allergischen Reaktionen insbesondere bei Kindern und zu erheblichen Schäden an Baumbeständen geführt. Der Bund hat jetzt die Voraussetzungen geschaffen, damit die Länder eine effektive und praxistaugliche Bekämpfung auf den Weg bringen können. Dabei ist der Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu beachten. Durch den kombinierten Einsatz von mechanischen, organisatorischen und chemischen Maßnahmen ist es möglich, den Eichenprozessionsspinner lückenlos zu bekämpfen.“
Die Länder könnten nun wirksame und praktikable Maßnahmen ergreifen. Neben der Entfernung von Raupen und Nestern und der kurzzeitigen Sperrung von Wegen oder Flächen sei auch die Abtötung der Raupen durch den Einsatz von Insekten abtötenden Wirkstoffen möglich.

Aufgrund des Pflanzenschutzrechts könnten entsprechende Mittel im Wald (Regelzulassung) und auf Flächen für die Allgemeinheit (Parks, Gärten) angewendet werden. Für die Anwendung aus der Luft gibt es eine Notfallzulassung nach Pflanzenschutzrecht. Eine solche Anwendung wurde am 14. März 2013 für Brandenburg genehmigt.

Für die Länder kommen als geeignete Maßnahmen diejenigen des Pflanzenschutzrechtes und des Biozidrechts in Betracht. Die Regelungen in diesen Bereichen sind aber unterschiedlich – vor allem die Zulassung der Mittel. Oft sind Biozid- und Pflanzenschutzmaßnahmen nicht einfach voneinander abzugrenzen. Für die Klärung der Frage, welches Mittel wo angewendet werden darf, war zunächst erforderlich, die komplexe Situation transparent und verständlich aufzubereiten.

Das Bundesumweltministerium hat daher die für die Zulassung von Biozid-Produkten zuständigen Fachbehörden – die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) als Zulassungsstelle für Biozide in Deutschland zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – gebeten, in Abstimmung mit dem für die Zulassung für Pflanzenschutzmittel zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) diese Aufbereitung vorzunehmen.

Das Ergebnis ist die jetzt vorliegende Übersicht, die die Anwender über die Zulassungssituation in Deutschland informiert und ermöglicht, geeignete Mittel für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in 2013 einfach zu identifizieren. Die Übersicht ist auf der Homepage der BaumZeitung als Download zu finden. Weitere Informationen gibt es auch unter www.bmu.de (Stichwort Eichenprozessionsspinner).