EPS-Bekämpfung: Risiken beim Sprühen

Wie stark sind Beschäftigte oder unbeteiligte Dritte bei Sprühanwendungen gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) den verwendeten Wirkstoffen ausgesetzt? Das untersuchte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einer Feldstudie. Durch diese Studie wurde nach Ansicht der BAuA eine modellhafte Datenbasis geschaffen, mit der jetzt die Risiken von Beschäftigten und unbeteiligten Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durch Sprühanwendungen bewertet werden können – eine Basis sowohl für die Risikoermittlung bei künftigen Zulassungen von Biozidprodukten als auch für die Festlegung passgerechter Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und unbeteiligter Dritter.

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durch Sprühanwendungen, hier mit „Sprühkanone" (Foto: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)

Dritte sollten fünf Meter Abstand halten

Wichtigste Ergebnisse der Studie: Die Beschäftigten sind bei der Arbeit mit einem Motorsprühgerät stärker dem Sprühnebel ausgesetzt als bei der Arbeit mit einer Sprühkanone, während sie sich in der Fahrerkabine eines Fahrzeugs befinden. Bei beiden Anwendungsverfahren kommen die Mitarbeiter jedoch schon während des Ansetzens der Sprühbrühe und beim Befüllen des Tanks mit dem Wirkstoff in Berührung. Unbeteiligte Dritte sind im Vergleich zu Anwendern deutlich niedriger belastet, wenn sie sich in einem Abstand von mehr als fünf Metern zum Sprühnebel befinden.  

Forscher haben Firmen begleitet

Die BAuA wollte mit ihrer „vergleichenden Untersuchung zur Exposition von Arbeitnehmern und Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Sprühanwendungen“ diese Lücke schließen. Dazu begleiteten die Forscher des BAuA in den Jahren 2014 und 2015 drei Firmen während ihrer Arbeit bei der Ausbringung des inzwischen nicht mehr zugelassenen Mittels Dimilin 80 WG und führten dabei verschiedene Messungen durch. Gegenstand der Studie war in erster Linie die Frage, wie weit der Sprühnebel Wirkstoffe transportiert. Erfasst wurden auch die Expositionen beim Abwiegen und Portionieren des Präparats sowie beim Ansetzen beziehungsweise Einfüllen der Sprühbrühe und bei der Reinigung der Fahrzeuge und Aufsattelsprühgeräte. Die Messungen erfassten, wie stark die Beschäftigten dem Wirkstoff über Haut und Atemwege ausgesetzt waren. Untersucht wurden auch Overalls aus Polyethylen, die die Beschäftigten während der Studie trugen, sowie Einweghandschuhe, die unter den normalen Baumwoll-Arbeitshandschuhen getragen wurden.

Broschüre als Download

Die 176 Seiten starke Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit den ausführlichen Ergebnissen finden hier als Download. (Heike Hoppe/bo)