Langzeitlagerung von Eicheln

Dass sich Eichensaatgut auch mit einfachen Mitteln länger lagern lässt, zeigen Ergebnisse eines Lagerungsversuchs.

Eicheln nach 6-monatiger Aufbewahrung mit Permanent-Wässerung (links) und Intervall-Wässerung (rechts, mit Keimwurzeln), Foto: Gems-Müller/Müller

Um die Vitalität von Eicheln zu erhalten, sollten sie in einer Umgebung aufbewahrt werden, deren Temperatur den Gefrierpunkt allenfalls geringfügig unterschreitet und die eine relative Luftfeuchte von 85–95 % aufweist. Das Problem dabei: Die moderaten Temperaturen in einem feuchten Milieu führen zur vorzeitigen Keimung und die Vermehrung pathogener Bakterien, Pilze und Parasiten wird begünstigt.

Versuch mit einfachen Mitteln

In dem Versuch wurden Eicheln unter Bedingungen eingelagert, die den Verhältnissen in mittelalterlichen Erdställen entsprechen, zum einen permanent unter Wasser, zum anderen in Intervallen gewässert. Es zeigte sich: Die permanent unter Wasser aufbewahrten Eicheln verloren nach 8-monatiger Lagerung zunehmend die Keimfähigkeit. Bei den Eicheln hingegen, die temporär ohne Wasser deponiert waren, setzte der Keimprozess schon im Vorratsbehälter ein. Die dabei gebildeten Keimwurzeln erwiesen sich als sehr robust, denn sie schienen, wie die hohe Überlebensrate von intervallweise gewässerten Eicheln nach rund 19-monatiger Lagerung zeigt, ihr Entwicklungspotenzial auch über lange Zeiträume hinweg nicht einzubüßen.

Wachstum der Keimwurzel gestatten

Anstatt die Keimung von Eicheln im Vorratslager zu verhindern, sei es also womöglich eher ratsam, das Keimwurzelwachstum bis zu einem gewissen Grad zu gestatten. Besondere Beachtung verdiene der Umstand, dass die positiven Resultate der Intervall-Wässerung bei einer durchschnittlichen Lagerungstemperatur von über 7 °C erreicht wurden – wohingegen nach heute gängiger Praxis die langfristige Bevorratung von Eicheln in Kühlräumen bei 1 bis –3 °C geschieht.

Wenn man außerdem berücksichtigt, dass weder chemische Verfahren zur Schadorganismenbekämpfung noch andere phytosanitäre Maßnahmen angewendet worden sind, dann könnte die Intervall-Wässerung nicht nur eine mit einfachen Mitteln durchführbare, sondern auch kostengünstige und energiesparende Methode zur Langzeitlagerung von Eicheln darstellen.

Den ausführlichen Beitrag dazu von Heike Gems-Müller und Dr. Martin Müller können Sie hier herunterladen. Bei Fragen zu dem Lagerungsexperiment können Sie sich gerne direkt bei den Autoren melden (gemsmuehle(at)gmx.de). (bmz)  

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