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15. 02. 2017

SKT: Unfälle unbedingt melden

Nur gestellt: Die Rettung eines Verletzten ist auch Bestandteil der Klettermeisterschaften. (Foto: Borowski)

Seit dem Jahr 2001 werden seilunterstützte Baumpflegearbeiten von der Berufsgenossenschaft als zulässiges Arbeitsverfahren anerkannt. Seitdem werden auch regelmäßig Unfallstatistiken erstellt, die mit den akkreditierten Kletterschulen Deutschlands jährlich analysiert werden. Jährlich wurden im Mittel um die 60 Baumpflegeunfälle gemeldet, leichte Verletzungen von Prellungen und Schnittwunden durch Handsägen bis hin zu schweren Verletzungen und tödlichen Unfällen.


Zum einen zeigten diese Statistiken und Analysen bisher deutlich, dass das Zugangsverfahren mittels Seilklettertechnik bei richtiger Anwendung durchaus sicher ist, zum anderen zeigten sie Schwachpunkte und Fehlerquellen, welche behoben werden müssen. 

Erkenntnisse aus Unfällen helfen bei Ausbildung

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse helfen den Ausbildern der Kletterschulen, zukünftige Unfälle durch gezielte Schulungen zu vermeiden und Kletterer für Schwachpunkte zu sensibilisieren. Zum Beispiel traten Unfälle durch Versagen von Ankerpunkten sehr häufig auf, worauf das Thema vermehrt auf Baumpflegetagungen behandelt wurde. Seit Tophandlesägen (irrtümlicherweise auch als Einhandsägen bekannt) immer kleiner und leichter werden, werden auch immer mehr Schnittverletzungen in Unterarmen gemeldet, seltsam dabei ist, dass durchweg alle Verletzen aus Arbeitspositionen abrutschen und dabei eine Hand von der Säge nahmen...

Diese Erkenntnisse zeigen jedem verantwortungsbewussten Baumkletterer, dass die erhobenen Statistiken sinnvoll sind. Diese funktionieren aber nur, wenn alle Unfälle ordnungsgemäß gemeldet werden. Daher unser Appell an alle Kletterer: Bitte meldet Unfälle ordnungsgemäß bei der SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau, ehemals BG Gartenbau) und gebt den Unfallhergang wahrheitsgemäß an – keine Angst vor irgendwelchen Konsequenzen, Fehler sind menschlich und die SVLFG ist lieb.

Alle SKT-Unfälle sollen untersucht werden

Dazu muss gesagt werden, dass die SVLFG die Dienstanweisung herausgegeben hat, dass alle Unfälle mit Seilklettertechnik untersucht werden sollen. Leider ist die SVLFG derzeit wegen interner Umstrukturierungen eher mit sich selbst beschäftigt und wegen Personalmangels und organisatorischer Gründe oft nicht in der Lage, Unfälle unseres Berufs genau zu untersuchen. Daher bittet Carsten Beinhoff, der Zuständige bei der SVLFG für den Fachbereich SKT, Anerkennung für SKT-Ausbildungsstätten und Ersteller der SKT-Unfallstatistik, alle Unfallmeldungen direkt an ihn (E-Mail: carsten.beinhoff@svlfg.de) zu senden. Somit möchte er und auch wir alle sicherstellen, dass wir zukünftig realitätsnahe und sinnvolle Unfallstatistiken erstellen können, mit denen die Ausbildung und der Beruf sicherer werden. (JvH)

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