Trauer um Prof. Dr. Heinz Butin

Der Mykologe und Gehölzpathologe Prof. Dr. Heinz Butin verstarb am 28. Februar 2021 im Alter von 
92 Jahren in Wolfenbüttel.

Prof. Dr. Heinz Butin (Foto: privat)

Prof. Dr. Heinz Butin ist vielen, die auf dem Gebiet der Mykologie, der Botanik und der Baumpflege tätig sind, als Wissenschaftler und Lehrer bekannt. Er hat bis zuletzt, und damit über 65 Jahre, auf dem Gebiet der Baumkrankheiten geforscht und publiziert. Viele kennen seine Fachbücher „Krankheiten der Wald- und Parkbäume“ sowie „Farbatlas Gehölzkrankheiten“ (Ulmer-Verlag), deren jeweilige Neuauflagen er bis in die jüngste Zeit betreute.

Krankheiten der Bäume waren Forschungsschwerpunkt

Geboren wurde Heinz Butin 1928 in Bad Godesberg. Er studierte Naturwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, seine Dissertation 1954 hatte die Physiologie und Ökologie der Flechten zum Inhalt. Anschließend war Butin wissenschaftlicher Mitarbeiter am „Institut für forstliche Mykologie und Holzschutz“ der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Hannoversch Münden. In dieser Zeit wurden die Krankheiten der Bäume zu seinem wissenschaftlichen Schwerpunkt. 1958 erhielt er eine feste Anstellung am „Institut für Forstpflanzenkrankheiten“ der BBA, im Jahr 1964 folgte die Habilitation und Übertragung der Lehrbefugnis für das Fach Mykologie an der Georg-August-Universität Göttingen.

1968 übernahm Butin die Leitung des Instituts und bereits ein Jahr später wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen ernannt. Mehrere Auslandsaufenthalte trugen zur Bandbreite seiner Forschungstätigkeit bei. Prägend für seine zunehmende Hinwendung zu den Krankheiten der Wald- und Parkbäume waren Forschungsaufenthalte an der Northeastern Forest Experiment Station in Hamden, Connecticut (USA), sowie in Durham, New Hampshire (USA), wo er Dr. Alex Shigo kennenlernte.

Schwerpunkte der Forschung von Butin waren zunächst die Krankheiten der Pappel und der Weide. Forstlich ausgerichtete Arbeiten beschäftigten sich mit wichtigen Nadel- und Triebpilzen bei Koniferen. Die seit den Trockenjahren 2018/2019 verstärkten Schäden an Schwarz- und WaldKiefer durch das „Diplodia-Triebsterben“ erkannte Prof. Butin bereits in den 1980er Jahren als Gefahr für den Anbau verschiedener Kiefernarten.

Arbeiten haben Konsequenzen für die Baumpflege

Eine ganze Serie von Artikeln widmete Prof. Butin zusammen mit Prof. Dr. Tadeusz Kowalski (Universität Krakau) dem Thema der natürlichen Astreinigung bei Bäumen. Die Arbeiten haben weitreichende Konsequenzen auch für den Umgang mit Totholz beispielsweise in der Baumpflege. Zudem publizierte er zusammen mit Alex Shigo über die Ursachen von Stammrissen („Frostrissen“).

­Ab dem Jahr 1993 arbeitete Heinz Butin als „Ruheständler“ weiterhin an seinen Forschungsschwerpunkten, etwa zu Erregern von Blatt- und Nadelkrankheiten. Prof. Butin hat in seiner außergewöhnlich langen Forschungstätigkeit viele neue Pilzarten beschrieben und maßgeblich zur Aufklärung der Lebenszyklen von Krankheitserregern beigetragen. Seine mehr als 200 Fachveröffentlichungen sind ein wesentlicher Beitrag zum besseren Verständnis von Baumkrankheiten. Mit seinen umfangreichen, innovativen Arbeiten inspirierte Butin zahlreiche FachkollegInnen sowie WissenschaftlerInnen angrenzender Disziplinen und begeisterte viele Studierende für die Gehölz- und Phytopathologie. Die von ihm betreuten und geförderten WissenschaftlerInnen haben stark von seinem breit gefächerten Wissen profitiert und waren stets von seiner sympathischen Art und seiner Hilfsbereitschaft beeindruckt.

Auf den Deutschen Baumpflegetagen war Prof. Dr. Heinz Butin zuletzt im Jahr 2016. Seine damals bereits 60-jährige Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Gehölzpathologie ist im Jahrbuch der Baumpflege 2016 ausführlich beschrieben worden. Sie finden den Beitrag unten als Download.

(R. Kehr/D. Dujesiefken)

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