Einen Plan für den Wald

Vor sechs Wochen hat der Bund Deutscher Forstleute (BDF)  angesichts des „Waldsterbens  2.0“  den Klimanotstand für den Wald ausgerufen. Leider gilt das mittlerweile weltweit. Der Wald  ist eigentlich der Klimarett er schlechthin.  Jetzt muss er selbst gerettet werden. Abwarten hilft  dabei wenig. Denn dann schreitet der Klimawandel noch stärker  voran. Wir brauchen nun eine  schlüssige Strategie. Einen Marshall-Plan für den Wald.

 

Der Wald ist eigentlich der Klimaretter schlechthin. Jetzt muss er selbst gerettet werden - der BDF legt für den Wald einen Carlowitz-Plan vor. (Foto: Pixabay)

Der Wald brennt und stirbt. Und das weltweit. In Ausmaßen, die man sich kaum vorstellen kann. Jeden Tag wird ein neuer Brandherd bekannt. Da ist das Waldsterben in Deutschland fast schon klein. Doch der Wald  ist auch in Deutschland systemrelevant. Er erfüllt wichtige Funktionen für den Naturhaushalt und damit die Daseinsvorsorge der ganzen Gesellschaft. Er ist unser Klimaretter aber bedarf nun selbst der Rettung. Die Hände in den Schoß zu legen, ist die schlechteste Lösung. Dann wird der Klimawandel weiter beschleunigt und die Waldökosysteme geraten weiter unter Druck und werden sich weiter auflösen. In einer dicht besiedelten Kulturlandschaft mit über 80 Millionen Einwohnern ist das keine erstrebenswerte Option. „Viele Forstleute und WaldbesitzerInnen stehen in diesen Tagen vor den Trümmern jahrelanger Arbeit und dem Engagement von Generationen. In wenigen Wochen und Monaten haben Stürme, Dürre und in der Folge Insekten  und andere Organismen ganze Lebenswelten zerstört“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF. In der jetzigen Situation geht es  zunächst darum, Schadensbegrenzung zu betreiben und die Regenerationsfähigkeit unserer Wälder zu erhalten, um sie fit zu machen für den erwarteten weiter fortschreitenden Klimawandel.„Für den Wald benötigen wir eine Art Marshall-Plan. Der BDF hat seine Ideen dazu daher im Carlowitz-Plan zusammengefasst. Frei nach dem Vordenker des Begriffs der Nachhaltigkeit Hans Carl v. Carlowitz, der vor 306 Jahren auch in einer Katastrophenzeit für den Wald seine Leitlinien nieder geschrieben hat“, erläutert Dohle.

Der Carlowitz-Plan lässt sich in 10 Punkten kurz zusammenfassen:
1.  1 Mrd. junge Bäume für den Wald zur Wiederbewaldung der Kahlflächen
2.  Waldumbau und Waldmehrung konsequenter vorantreiben
3.  Waldfreundliche Jagd gewährleisten
4.  10.000 Forstleute für den Wald zusätzlich
5.  Bildung eines Schwerpunktes Klima - und Naturwaldforschung in der Forstwissenschaft Überprüfung der Waldbaukonzepte auf ihre Zukunftstauglichkeit
6.  Gründung eines Bundesamtes für Wald
7.  Gewährleistung der öffentlich finanzierten forstlichen Betreuung des (Klein-)Privatwaldes
8.  Anteil der stofflichen Nutzung von Holz erhöhen
9.  Klimabeitrag der Forst- und Holzwirtschaft
10. Fazit: Mindestens 2 Mrd. € für den Wald aus Bundesmitteln für die nächsten 10 Jahre.

Dabei ist klar, dass einige Punkt eine Generationenaufgabe sind und einen langen Atem erfordern.  
Aber es muss jetzt damit begonnen werden! (BDF)

TASPO Baumzeitung Abos

Partner