Erfurt: Stadtgrün im Klimawandel

Das Erfurter Stadtgrün im Klimawandel war Thema eines Workshops: 25 Baumexperten, Vertreter von städtischen Ämtern, Stadtrats- und Landtagsfraktionen, Wohnungsbaugenossenschaften, Naturschutzverbänden, Hochschulen und Forschungseinrichtungen und Baumpflegefirmen trafen sich, um beim städtischen Projekt "Stadtgrün im Klimawandel (SiKEF)" in einem Workshop über neue Baumarten für Erfurt zu diskutieren.
 

Bereits die Dürre des Sommers 2018 hatte gezeigt, wie gravierend das Erfurter Stadt-Grün bereits von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. (Foto: Stadtverwaltung Erfurt, M. Sauerbrey)

Die Dürre 2018 hatte eindrucksvoll gezeigt, wie betroffen eine Stadt durch Hitze und Trockenheit ist. Gleichzeitig ist Erfurt ohnehin sehr warm und trocken mit nur wenig Regen im Jahr. Das Stadtgrün kann hier wichtige Abkühlungseffekte erzielen, bietet gleichzeitig eine höhere Aufenthaltsqualität und auch eine ökologische Aufwertung. Die positive psychische Wirkung von Grün auf die Menschen ist ebenso bewiesen. Bäume und Stadtgrün sind aber gleichermaßen stark vom Klimawandel betroffen. In diesem Jahr sind die Auswirkungen der letztjährigen Dürre auf die Bäume nicht zu übersehen. Viele Bäume sterben ab oder sind deutlich geschwächt. Sie erfüllen ihre wertvollen Funktionen nicht mehr. Aber auch das aktuelle Jahr ist wieder überwiegend zu warm und zu trocken. Die Wasserspeicher im Boden haben immer noch ein Defizit und sind noch lange nicht wieder ausreichend gefüllt.

Neue Baumarten kommen aus China

Prof. Andreas Roloff von der TU Dresden führte im Rahmen des Workshops eindrucksvoll in das Thema neue Baumarten bzw. "Klimabaumarten" ein und machte deutlich, dass man mit den etwa neun einheimischen Baumarten, die für Straßen geeignet sind, nicht weiterkommt. Es zeige sich bereits heute, dass einige dieser Baumarten – z.B. Berg- oder Spitzahorn – nicht mit Trockenheit, Hitze und Salzeintrag zurechtkommen und absterben.Wichtig für vitales Stadtgrün ist also vor allem ein breites Artenspektrum, also eine große Artenvielfalt, damit der Verlust an einzelnen Arten durch Schaderreger wie Pilze oder Insekten nicht so schwer wiegt und von anderen Arten kompensiert werden kann. Daniel Knopf vom Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) stellte eine Liste von 177 Baum- und 55 Straucharten vor, aus denen im weiteren Verlauf des Projekts die für Erfurts Standorte geeignetsten Arten ausgewählt und künftig für die Pflanzung empfohlen werden sollen. Viele dieser neuen Baumarten kommen aus dem asiatischen Raum, z.B. China. Dort gibt es die Bedingungen, die bei uns bald herrschen werden, schon jetzt. Denn die neuen Baumarten müssen nicht nur Trockenheit und Hitze standhalten, sondern auch Frösten bis -20 °C. Palmen und Olivenbäume scheiden da also aus. (Stadt Erfurt)

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