Exotische Ernte in Bayern

Die Erntehelfer in Bayern hatten die vergangen Wochen viel zu tun: Nicht nur die Weinlese, sondern auch die Apfelernte lief auf Hochtouren. Und auch exotische Früchte wurden geerntet.

Südländischer Hauch in Bayern: Bislang holten sich die Feigen im bayerischen Winter immer Frostbeulen. Doch robustere Sorten könnten schon bald den südländischen Gaumenschmaus auch in unsere Gärten bringen. (Foto: LWG Veitshöchheim)

Nordamerikanischer Exot in Bayern: Seit über 20 Jahren testet die LWG den Anbau der in Übersee seit Jahrtausenden geschätzten „Pawpaw“. Für den Erwerbsobstanbau ungeeignet, wartet der besondere Geschmackscocktail aus Banane, Ananas und Mango in den bayerischen Gärten noch auf den Durchbruch. (Foto: LWG Veitshöchheim)

Kleine, gesunde Muntermacher für zwischendurch: Mit ihrem hohen Vitamingehalt kann die kleine Schwester der Kiwi direkt mit Schale genascht werden und ist vereinzelt schon im Supermarkt zu finden. Die Superfruit wird derzeit aber noch oft aus Südeuropa importiert, obwohl sich die Kiwibeere auch in Bayern durchaus wohlfühlt. (Foto: LWG Veitshöchheim)

Auf rund 1.200 Hektar werden unter dem weiß-blauen Himmel bis zu 50 verschiedene Apfelsorten für Hofläden und Supermärkte angebaut. Im Versuchsbetrieb der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Thüngersheim sind über 250 verschiedene Sorten zu finden: Neben den Klassikern Topaz, Gala und Elstar sind dort mit Gravensteiner, Goldparmäne und Boskoop historische und – mit rotfleischigen Äpfeln – auch neue Trendsorten vertreten. Doch Bayern kann weit mehr als „nur“ Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen & Co. Denn auf der Versuchsfläche können auch ganz exotische Entdeckungen gemacht werden, die man so vielleicht nicht unbedingt bei uns in Bayern erwartet hätte.

Exoten „Dahoam in Bayern“

Mit dem Pflückeinsatz bei Kiwibeeren, Indianerbananen und Feigen lief wohl die exotischste Ernte Bayerns. Bereits vor über 20 Jahren pflanzten die LWG-Experten des Versuchsbetriebes die ersten Kiwi-Büsche und Indianerbananenbäume – und wurden dabei anfangs nicht so ganz ernst genommen. Denn neue Kulturen in den erwerbsmäßigen Anbau zu bringen bedarf einer genauen Überprüfung, dauert lange und benötigt viel Überzeugungsarbeit bei Erzeugern, Handel und letztendlich den Kunden. Doch Kiwibeere und Indianerbanane passen in den aktuellen Trend, da sie keine Pflanzenschutzmaßnahmen benötigen und für eine gesundheitsbewusste Ernährung stehen.Im Winter 2016/17 wurde die Exotenliga im elf Hektar großen Versuchsbetrieb Thüngersheim, der auch als unterfränkischer „Garten Eden“ durchgehen könnte, um Feigen erweitert. Bislang holte sich das Maulbeergewächs, das seine Wurzeln in tropischen und subtropischen Gefilden hat, im bayerischen Winter immer Frostbeulen und erfror. Nun stehen neue, robustere Sorten auf dem Prüfstand, die Temperaturen von bis zu minus 15 °C trotzen sollen und damit den Grundstein auch für einen erfolgreichen Anbau in Bayern legen könnten. Schon jetzt sieht die Ernte vielversprechend aus – und schmeckt! (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau)

Partner