Fachverband fordert: Mehr Baumschutz in Kommunen!

Der Fachverband geprüfter Baumpfleger (FgB) spricht sich für mehr Baumschutz in Kommunen aus und empfiehlt eine bundesweite Einführung einer Baumfördersatzung als Instrument des Baumschutzes.

Als Kettenmassaker beschrieben Anwohner die Kappung von Robinien und Hainbuchen bei dieser Pflanzung. Ein baumtypischer Wuchs ist hier nicht mehr zu erkennen. Dieser Schnitt wurde zur Anzeige gebracht, verfolgt und kann gemäß Baumschutzsatzung mit bis zu 50.000Euro Bußgeld geahndet werden. (Fotos: Fachverband geprüfter Baumpfleger (FgB)/Banse)

Analog zu den Steinwüsten in Gärten verringern unfachliche Baumschnitte oder Komplettfällungen von Bäumen massiv die Habitate von Insekten, Vögeln, Kleintieren und geschützten Arten. In vielen Städten und Gemeinden gibt es keine Baumschutzsatzungen oder diese werden nicht auf ihre Einhaltung hin überprüft. Bei dem Baumpflegeseminar des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger vom 24.-26. Mai 2019 in Grünberg stellte Hinrich Lüttmann vom Amt für Umwelt und Natur in Gießen, die von ihm entwickelte Baumfördersatzung vor. Diese wurde seitens des hessischen Umweltministeriums aufgegriffen und im Rahmen des Maßnahmenkatalogs Biodiversität sämtlichen hessischen Kommunen zur Nachahmung empfohlen, auch vom Land Hessen übernommen.

Kommunen drohen keine rechtlichen Konsequenzen

Teilweise werden auch nicht fachgerecht arbeitende, billige Anbieter allein aufgrund von kurzfristiger Kostenersparnis ausgewählt. Dies wirkt sich oft sehr negativ auf den Erhalt der Bäume aus und dient somit langfristig auch der Kommune nicht.Wie groß das Problem mangelhafter Baumpflege ist und wie schwierig es sein kann, fachlich richtige Entscheidungen durchzusetzen, wurde bei dem Beitrag des Juristen Rainer Hilsberg, Regierung Schwaben, deutlich. Er informierte die ca. 80 Teilnehmer der Tagung über die neuen Urteile zum Arbeitsgebiet der Baumpflege und beantwortete eingegangene Fragen der Baumpfleger. Fachlich mangelhafte Baumpflege von Firmen wie auch Gemeinden zu vermeiden bzw. falsche Entscheidungen zu verhindern machten einen Großteil der Nachfragen aus. Der Experte musste konstatieren, dass es bei unfachmännischer Baumpflege seitens der Kommunen keine rechtlichen Konsequenzen gibt. "Die Einhaltung der ZTV-Baumpflege ist nicht einklagbar", so Hilsberg und wenn dann muss diese Thematik über den politischen Raum oder die Presse thematisiert werden. Den Baumschutz zu sichern und die fachlichen Vorgaben stärker zu verbreiten sieht Jörg Cremer als Ziel des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger und entsprechender Partnerverbände und Institutionen an. (FgB)

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