Forschungsprojekt: Bestimmung der biologischen Identität von Apfelsorten

Für eine eindeutige Bestimmung der biologischen Identität von Apfelsorten und die Aufdeckung von Lebensmittelbetrug leitet das Institut für Lebensmittelchemie der Universität Hamburg im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Hilfe des „Next Generation Sequencing (NGS)“ eine Analyse ab. Diese soll schließlich in Laboren durchgeführt werden können.

Bei der Sortenbestimmung können Pomologen weiterhelfen. Dennoch kommen Pomologen bei der Vielzahl der Sorten nicht immer zu einem eindeutigen und einheitlichen Ergebnis. (Foto: Pixabay)

Die Familie Naßl bewirtschaftet den Zimmermann-Hof im Wittelsbacher Land in Edenried zwischen Aichach und Augsburg. Sie haben durch die eigene Veredelung aus dem hofeigenen und umliegenden Obstbaumbestand Bio-Streuobstwiesen mit Hochstamm-Obstbäumen aufgebaut. Bei der Bestimmung von Apfelsorten ließ sich die Familie von Pomologen weiterhelfen. Bei der Sortenbestimmung werden zahlreiche äußere und innere phänomenologische Merkmale berücksichtig, z. B. die Form, die Schale, das Kernhaus oder der Geruch und Geschmack. Dennoch kommen Pomologen bei der Vielzahl der Sorten nicht immer zu einem eindeutigen oder einheitlichen Ergebnis, so auch bei einigen Sorten auf dem Zimmermann-Hof der Familie Naßl.

Aufdeckung von Lebensmittelbetrug

Neben dieser mangelnden Eindeutigkeit in der Bestimmung besteht eine weitere Problematik im Vertrieb von Obstprodukten. Die Nachfrage an regional angebauten Produkten wie Äpfeln ist seit einigen Jahren gestiegen. Besonders gefragt sind sortenreine Produkte aus alten und raren Apfelsorten. Mit einem entsprechenden Marketing sind höhere Preise zu erzielen. Befürchtet wird, dass solche Produkte und deren Erfolg auch einen besonderen Anreiz für die Verfälschung und Manipulation (Food Fraud) darstellen. Daher besteht der Bedarf an einem effizienten Analyseverfahren, anhand dessen Lebensmittelbetrug aufgedeckt und Falschdeklarationen zuverlässig ermittelt werden können. Zur Entwicklung eines solchen Analyseverfahrens initiierten die Bewirtschaftenden des Zimmermann-Hofs das Apfel-Forschungsprojekt „Biologische Identität von Apfelrohware und Apfelprodukten“.

Forschungsvorgehen mittels der NGS-Technologie

Das Projekt mit dem Fokus auf die Ermittlung von Falschdeklarationen wird an der HAMBURG SCHOOL OF FOOD SCIENCE – Institut für Lebensmittelchemie der Universität Hamburg bei Prof. Dr. Markus Fischer durchgeführt und ist auch Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Für die Bestimmung der biologischen Identität von Apfelrohware und Apfelprodukten sind die DNA-Sequenzinformationen aus dem Genom von aktuellen sowie alten Apfelsorten mittels des „Next Generation Sequencing (NGS)“ zu ermitteln. Mit dieser NGS-Technologie sind zunächst alle genetischen Unterschiede herauszuarbeiten. Aus den in einer Datenbank erfassten NGS-Daten wird schließlich eine kostengünstige Analyse abgeleitet, die in den Laboren der Unternehmen sowie in Handelslaboren durchgeführt werden kann. Gefördert wird das Projekt durch das Bundeswirtschaftsministerium. (Hochstamm Deutschland)

Mehr Informationen auf der Homepage: https://www.bio-streuobst.de/aktuelles/

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