„Gelbes Band": Hier darf man ernten

Gelbe Bänder an Bäumen signalisieren: Hier darf ohne Rücksprache Obst gepflückt werden, bevor es auf dem Boden verdirbt. Im Rahmen der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!" hat das Ernteprojekt „Gelbes Band" bundesweit großen Zuspruch erhalten.

Gestartet ist das Projekt „Gelbes Band" im Landkreis Esslingen und wurde im Jahr 2020 mit dem „Zu gut für die Tonne!"-Bundespreis ausgezeichnet. (Foto: Jens Häußler)

Wenn Obst nicht vollständig geerntet wird, verderben Früchte auf dem Boden. Das Ernteprojekt „Gelbes Band" ist daher ein wichtiges Zeichen, das regionale Obst zu ernten, zu nutzen und damit wertzuschätzen. Gestartet ist das Projekt im Landkreis Esslingen und wurde im Jahr 2020 mit dem „Zu gut für die Tonne!"-Bundespreis ausgezeichnet. Es inspirierte viele weitere Gemeinden in ganz Deutschland, sich der Aktion anzuschließen.

Mehr Lebensmittelwertschätzung bundesweit

Mit der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!" vom 29. September bis zum 6. Oktober 2021 riefen das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit „Zu gut für die Tonne!" und die Ministerien der Länder bundesweit dazu auf, sich für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung einzusetzen. Es beteiligten sich viele Institutionen, Vereine, Schulen und Privatpersonen mit über 200 Aktionen und vielfältigen Beiträgen unterschiedlicher Art vor Ort, online und in den Sozialen Medien unter #deutschlandrettetlebensmittel. Im Rahmen der Aktionswoche wurde auch zur Ernteaktion „Gelbes Band" aufgerufen, an der sich alle Interessierten beteiligen konnten.

Gelbe Bänder als Teil der Aktionswoche 2021

Bundesweit beteiligten sich zahlreiche Kommunen an der Ernteaktion „Gelbes Band". Auch in Niedersachsen gibt es seit 2020 die gelben Bänder, die das ZEHN (Zentrum für Ernährung und Hauwirtschaft Niedersachsen) zentral koordiniert. Bereits 2020 stieß das Projekt auf großes Interesse, im Jahr 2021 ließ sich die Anzahl der ausgegebenen Bänder verdoppeln: An 190 Standorten in ganz Niedersachsen hingen etwa 3.300 gelbe Bänder.

Maren Meyer vom ZEHN freut sich über diese Zahlen: „Einige Obstbaumbesitzer:innen können die reifen Früchte einfach nicht alleine vollständig ernten oder verarbeiten und sind gerne bereit, das Obst mit anderen zu teilen und es so vor dem Verfaulen zu retten. Mit den gelben Bändern setzen wir gemeinsam ein klares Zeichen für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung." Aufgrund hoher Nachfrage und den Erfolgen aus zwei Jahren seien die gelben Bänder auch für 2022 in Niedersachsen fest eingeplant.

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