Innovativer Klimaschutz mit Stadtgrün

Innovativer Klimaschutz durch mehr Investitionen in grüne und blaue Infrastruktur lohnt sich – das ist die Kernbotschaft der Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). Eine wichtige Rolle nehmen dabei auch Stadtbäume ein. Beispielhaft zeigen Städte wie Frankfurt, Gelsenkirchen, Moskau und Wien, wie innovativer Klimaschutz mit Stadtgrün gelingen kann.

Ausgezeichnete Schwammstadt: Ein Band aus Grünflächen zieht sich durch die „Seestadt Aspern“ vor den Toren Wiens, die nach dem Schwammstadtprinzip gestaltet wurde. (Foto: BGL/Groß)

„Um Städte und Kommunen zu motivieren, sich für mehr Grün in der Stadt und für ein besseres Baummanagement einzusetzen, verleiht der EAC jedes Jahr den ‚European City of the Trees‘ (ECOT)-Award“, so Wolfgang Groß, Geschäftsführer des European Arboricultural Council (EAC) und Referent für Landschaft und Umwelt beim BGL.

Stadt Wien ausgezeichnet

2021 erhielt die Stadt Wien den Preis für ihr neues Stadtquartier Seestadt Aspern. Es passt sich den wandelnden Klimabedingungen an und wendet das Schwammstadtprinzip an. Städte, die den Award erhalten, zeichnen sich durch lebenswertere Aufenthaltsorte, durch vitale Baumbestände und verbessertes Mikroklima aus.

ECOT-Städte sind Vorreiter für innovative Klimaschutz-Lösungen im Bereich der Stadtbäume und sollen andere Städte motivieren, es ihnen gleich zu tun. Internationale Best Practice zum Nachmachen vor Ort!“ Schon kleine Anpassungen des Stadtbildes durch Grünflächen, Dachbegrünung, (Klima-)Bäume, Raum für Wasserflächen und Flüsse können sich positiv auf das Klima und die CO2-Werte auswirken.

Innovatives Stadtgrün: Investition, die sich mehrfach lohnt

Setzt sich der Klimawandel weiter ungebremst fort, dann steigt das Risiko für Hitzewellen, Flutkatastrophen und Dürreperioden in ganz Deutschland. Umfassende Konzepte wie das Schwammstadtprinzip sind notwendig, um diese abzumildern.

Innovative Maßnahmen wie das Baummanagement können nachhaltig für alle Städte wirken. Die Stadt Wien zeigt, wie es geht: Stadtbäume werden beispielsweise in „Wiener Substrat“ gepflanzt, einem eigens entwickelten Baumsubstrat, in dem regionale Stoffe wie Splitte und Sande, Komposte und fluviatile Sedimente verarbeitet sind. Dieses lässt sich günstig herstellen und versorgt die Baumwurzeln optimal.

Ein Paradebeispiel für gut angelegtes Stadtgrün ist auch die Stadt Gelsenkirchen: Hier umfassen die zahlreichen städtischen Parks und Freiflächen sogar 45 Prozent der gesamten Stadt. Zusätzlich verteilen sich 25.500 Straßenbäume im gesamten Stadtgebiet und sorgen so für ein gutes (Mikro-)Klima.

„Stadtgrün ist nicht ‚zu teuer‘! Aber es wird unbezahlbar, wenn wir jetzt nicht in Grün investieren“, so Jan Paul, Vizepräsident des BGL. „Wir müssen aufhören, Städte zuzubetonieren und stattdessen diese Gelder dringend sofort für den Aufbau grün-blauer Infrastrukturmaßnahmen einsetzen.“ Zusätzlich verbessern Grünkonzepte nicht nur das Klima, sondern steigern auch die Lebensqualität und die Attraktivität einer Stadt im Wettbewerb um Menschen, die dort leben und arbeiten wollen.

Beispiel ECOT: Vorteile des internationalen Stadtbaum-Awards

Neben den Klimavorteilen für die vom EAC ausgezeichneten Städte und Kommunen bietet der Award weitere Vorteile, sich für grüne und blaue Infrastruktur zu engagieren. Denn dadurch erhält die Award-Stadt nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit; eine Auszeichnung erleichtert auch engere kulturelle Beziehungen zu anderen ausgezeichneten Städten.

Erfolgreich umgesetzte, innovative Klimaschutzmaßnahmen kurbeln zudem die Wirtschaft, denn sie tragen zu mehr Tourismus, Investitionen und Handel bei. So bot die Stadt Frankfurt nach ihrer Auszeichnung für ihr zukunftsweisendes Stadtbaum-Konzept Führungen zum Thema Bäume und eine Reihe von Lesungen unter Bäumen an. Wer wollte, konnte Baumpatenschaften übernehmen oder vom Umweltamt einen kostenlosen Baum für das eigene Grundstück bekommen.

Der internationale ECOT-Award ging in den letzten Jahren neben Wien auch an Moskau, Apeldoorn, Trnava und Winterthur. Weitere Preise für den Klimaschutz und Stadtgrün sind unter anderem der Bundespreis Stadtgrün, der Bundes-Umwelt-Wettbewerb (BUW), der Bundespreis UMWELT & BAUEN und das Label „StadtGrün naturnah“.

Fördermöglichkeiten finden mit dem Förder-Check von „Grün in die Stadt“

Städte und Gemeinden müssen diese Projekte nicht allein stemmen. In Zeiten knapper Budgets und von der Pandemie gebeutelter Haushaltskassen fehlen häufig die finanziellen Mittel, um eigene Grünprojekte umzusetzen. Die EU, aber auch Bund und Länder, stellen hier im Rahmen verschiedener Fördertöpfe entsprechende Mittel zur Verfügung. Die optimale Finanzierungsoption für städtisches Grün finden Stadtplanerinnen und -planer über den Förder-Check der Initiative „Grün in die Stadt“ des BGL. 
(BGL)

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