Klimastabiler Wald von morgen

Ein Fachsymposium in Hessen beschäftigt sich mit der Frage zur Entwicklung der Wälder im Klimawandel.

Ein richtiger Winterwald gibt es immer seltener zu sehen: das Bundesland Hessen möchte seine Staatswälder jetzt auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten. (Foto: Pixabay)

„Unsere Wälder sind wichtige Lebensräume für Tiere- und Pflanzen und sie leisten einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Gleichzeitig sind sie Erholungsraum für uns Menschen. Unser Wald ist auch Klimaschützer: Er bindet große Mengen CO2 und dient als Rohstofflieferant. Durch die Nutzung einheimischen Holzes in langlebigen Holzprodukten kann ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Aber derzeit ist unser Wald leider auch Opfer des Klimawandels: Die letzten Jahre waren zu trocken und zu warm, der Borkenkäfer konnte sich massenhaft vermehren. Stürme und Waldbrände haben den Wäldern zusätzlich geschadet“, sagte Umweltministerin Priska Hinz im Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg. Dort fand das Fachsymposium „Baumarten im Hessischen Wald der Zukunft“ mit 130 Teilnehmern aus der Wissenschaft, von Waldbesitzenden und Forstleuten sowie Vertretern der Umwelt- und Naturschutzverbände und der Holzindustrie statt. Neben dem aktuellen Stand der Schäden und wissenschaftlicher Ergebnisse zur Entwicklung der Risiken und der Anpassungsfähigkeit der Wälder, wurde die Frage diskutiert, wie der „Wald der Zukunft“ aussehen sollte.

Hessen wird bis 2023 insgesamt 200 Millionen Euro in den Wald investieren

„Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und die Zukunft unseres Waldes zu gestalten, hat die Hessische Landesregierung den 12-Punkte-Plan zum Schutz der Wälder im Klimawandel aufgestellt. Bis 2023 werden wir insgesamt 200 Millionen Euro in unseren Wald investieren. Ein zentraler Punkt dabei ist die Wiederbewaldung des hessischen Waldes. Über 20.000 Hektar Kahlflächen müssen in Hessen wieder aufgeforstet werden. Dazu müssen wir wissen, wie sich die Standorte in Zukunft entwickeln werden und welche Baumarten standortgerecht sind“, erklärte Hinz. Ebenfalls müsse geklärt werden, wie das Verhältnis zwischen Naturverjüngung und aktivem Waldumbau aussehen soll. Die Ergebnisse des Fachsymposiums werden privaten und kommunalen Waldbesitzern zur Verfügung gestellt. Mit Mitteln des Integrierten Klimaschutzplanes erarbeitet die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt derzeit außerdem Klimarisikokarten, die als Entscheidungsgrundlage für den Waldumbau dienen werden. „Für den hessischen Staatswald werden wir aus den Ergebnissen des Fachsymposiums ein Wiederbewaldungskonzept entwickeln. Unser Ziel ist ein artenreicher, vielfältiger und klimastabiler Mischwald. So können wir den Wald auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten und für künftige Generationen erhalten“, erläuterte Ministerin Hinz. (umwelt-hessen)

 

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