Köchelwälder werden zum Urwald von morgen

Die Köchelwälder im Murnauer Moos in Bayern sind ab sofort ein Naturwaldreservat.

Bei der Eröffnung des Naturwaldreservats im Murnauer Moos (von links): Reinhard Neft, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, stv. Landrätin Tessy Lödermann, Ministerin Michaela Kaniber, der Murnauer Bürgermeister Rolf Beuting und der stv. Landesgeschäftsführer des Bundes Naturschutz, Stefan Maurer. (Foto: Pia Regnet/StMELF)

Die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber hat sie am 6. Mai  im Murnauer Moos bei Eschenlohe im Rahmen eines Festakts offiziell unter den Schutz des Waldgesetzes gestellt. „Diese einzigartigen Waldinseln im größten Alpenrandmoor Mitteleuropas bieten seltenen und gefährdeten Arten wie dem Weißrückenspecht, der Hohltaube oder dem Wespenbussard einen vielfältigen Lebensraum. Die wertvollen Biotope, Tier- und Pflanzenarten sind ein echter Schatz der Biodiversität. Jetzt überlassen die Waldbesitzer diese artenreichen Wälder ihrer natürlichen Entwicklung, die damit zu einem Urwald von morgen werden“, sagte Michaela Kaniber.

Vier Waldbesitzer zusammengeschlossen

Das neue Naturwaldreservat „Köchelwälder im Murnauer Moos“ ist nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht eine Besonderheit: Mit dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, dem Markt Murnau, dem Bund Naturschutz sowie den Bayerischen Staatsforsten haben sich erstmalig vier kommunale, verbandliche und staatliche Waldbesitzer zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Naturwaldreservat zu beantragen. „Der breite Schulterschluss ist bisher einmalig in der Geschichte der Naturwaldreservate. Der Schutz unserer Heimat funktioniert am besten, wenn alle an einem Strang ziehen. Das zeigt die vorbildliche und engagierte Zusammenarbeit der Beteiligten hier vor Ort“, so die Ministerin.

Das 131 Hektar große Naturwaldreservat mit seinen vielfältigen Waldgesellschaften, wie strukturreichen Blockwäldern und seltenen Bruch-, Sumpf- und Moorwäldern, ergänzt die bestehende Kulisse der Naturwaldreservate in Bayern. Seit dem Jahr 1978 wurden insgesamt 167 Reservate mit einer Größe von über 7.700 Hektar ausgewiesen. „Hier können sich die Wälder ungestört entwickeln. Daraus gewinnen unsere Fachleute und Forscher weitere Erkenntnisse für die naturnahe Forstwirtschaft im Klimawandel. Davon profitieren also alle unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Bayern“, so die Ministerin.

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