Mehltauresistente Eichen für Waldverjüngung

Im Verbundprojekt „MetaEiche“ untersuchen Forschende der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt, wie sich mehltauresistente Eichen gezielt selektieren lassen.

Die Projektpartner vor einem Lichtkegel mit nachwachsenden Jungeichen bei Waldleiningen: (v.l.n.r.) Prof. Matthias Hahn (TUK), Dr. Stefan Seegmüller (FAWF, Trippstadt) und Dr. Mohammad Saeed (TUK). (Foto: TU Kaiserslautern, Abt. Phytopathologie)

Weißer Belag auf den Blattoberseiten offenbart den Mehltau, der vor allem junge Eichen befällt und ihnen lebensnotwendige Nährstoffe entzieht. So wird die Pilzerkrankung zur Herausforderung bei Waldverjüngungsmaßnahmen.

Anteil der Eichen im Wald steigern

Die einheimischen Eichenarten Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercus petraea), prägen das Gesicht der deutschen Mischwälder. „In Deutschland machen sie rund 10 Prozent des Baumbestandes aus; in Rheinland-Pfalz liegt ihr Anteil sogar bei gut 20 Prozent“, erklärt Prof. Dr. Matthias Hahn vom Fachbereich Biologie der TUK. „Eichen gehören zu den wertvollsten Waldbäumen, sowohl wegen der hohen Qualität des Holzes als auch aufgrund der großen biologischen Vielfalt an Organismen, die an Eichenstandorten leben. Zudem ist die Eiche aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit besser als andere Waldbäume in der Lage, sich dem Klimawandel anzupassen. Es ist daher ein langfristiges Ziel der Waldwirtschaft, den Anteil der Eichen zu steigern.“

Dr. Stefan Seegmüller, Hahns Projektpartner, untersucht an der FAWF in Trippstadt ein natürliches Verfahren der Waldverjüngung, welches in Form von Lichtkegelhiebe erfolgt. „Wir öffnen das Kronendach von Waldbeständen auf kleinen Flächen gerade so weit, dass genug Licht für nachwachsende Bäume auf den Boden kommt. Die Eichen bleiben stehen und können ihre Früchte auf die freigelegten Plätze abwerfen. Vitale Jungeichen setzen sich dabei gegen die ebenso nach oben strebenden Buchen mithilfe schnellwachsender Triebe durch. Sind die jungen Blätter und Triebspitzen jedoch von Mehltau befallen, verlieren sie den Konkurrenzkampf. Deswegen ist es für einen klimastabilen Wald wichtig, dass wir mehltauresistente Eichen fördern.“

Auf der Suche nach Abwehrmechanismen

In einem Waldstück bei Trippstadt hat Seegmüller in den vergangenen Jahren Eichenkeimlinge verschiedener Herkunft gepflanzt. Diese werden in Klimakammern überführt und anschließend von den Biologen der TUK mit einem eigens entwickelten Infektionsverfahren auf ihre Empfindlichkeit gegen Mehltau getestet. Die Wissenschaftler sind auf der Suche nach Abwehrmechanismen, die im Erbmaterial der Bäume verankert sind.

„Wir beobachten häufig deutliche Unterschiede im Befall direkt benachbarter Bäume oder Jungpflanzen“, so Hahn. „Diese Unterschiede beruhen offenbar zumindest teilweise auf vererbbaren Eigenschaften, die einigen Bäumen eine teilweise Resistenz gegenüber dem Mehltau verleihen. Ein wesentliches Ziel des Projekts ist der eindeutige Nachweis und die Nutzung dieser genetisch determinierten Resistenzmechanismen, um bei der Regeneration von Eichenbeständen die vitalen und wenig anfälligen Individuen auslesen zu können.“

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