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18. 01. 2018

Mehr Natur für Hamburg

Die historische Lindenallee im Hamburger Hirschpark soll durch mehr Naturnähe noch attraktiver werden. (BUE/Christoph Siegert)

Das wilde und das gärtnerische Grün sollen in Hamburg noch enger zusammenwachsen. Ziel dabei: mehr biologische Vielfalt in Parks und Naturschutzgebieten und mehr Erholungswert für die Menschen. Mit dem Start des Projekts „Natürlich Hamburg!“ bekommt Hamburg als erste Metropole Bundesförderung für ein Großprojekt dieser Art.

Das Vorhaben wird in der ersten Phase (Projekt I) mit 2,1 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium über das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen des Programms „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ gefördert, das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 22 Millionen Euro.

Hamburg bietet vielfältige Stadtnatur

Hamburg hat durch seine Lage in drei Landschaftszonen (Geest, schleswig-holsteinisches Hügelland, Elbe-Urstromtal) eine vielfältige Stadtnatur zu bieten und stellt einen Hotspot der biologischen Vielfalt dar. Kaum eine andere Großstadt weist eine so enge Verzahnung zwischen Bebauung und naturnahen Flächen auf wie Hamburg. Dieses Naturkapital soll jetzt und in Zukunft gesichert und weiterentwickelt werden – mit dem Ziel, es als Bestandteil der Stadtentwicklung zu etablieren. Denn Grün- und Parkanlagen mit naturnahen Bereichen und artenreiche, gut zugängliche Naturschutzgebiete erbringen vielfältigen Nutzen und tragen zum Wohlergehen der Stadtbevölkerung im Wohn- und Arbeitsumfeld bei. Die aktuelle Naturbewusstseinsstudie des BfN zeigt, dass für über 90 Prozent der Bevölkerung Stadtnatur für Erholung, Entspannung, Gesundheit und Lebensqualität wichtig ist. Im aktuellen Werte-Index 2018 von TNS-Infratest steht die Natur als Wert, der den Menschen wichtig ist, an oberster Stelle – noch vor Gesundheit und Familie.

Als Flächen für „Natürlich Hamburg!" sind Naturschutzgebiete, Parks und andere Grünanlagen in ganz Hamburg und vier Ausfallstraßen mit Straßenbegleitgrün ausgesucht worden. In Projekt I, das bis 2021 läuft, wird neben ersten sichtbaren Maßnahmen auch der Zustand dieser Flächen detailliert erhoben, im Anschluss wird ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Den Anfang machen bei dieser Erhebung die innerstädtischen Parks Wallanlagen und „Planten un Blomen“, bei den Naturschutzgebieten das Schnaakenmoor. Und auch Straßenränder werden auf ihre Naturpotenziale untersucht: Die großen Ausfallstraßen Eiffe- und Bergedorfer Straße, die Hamburger Straße bis Bergstedt und weitere sollen bunter und ökologisch vielfältiger werden, indem durch naturnahe Vegetation optische Akzente gesetzt werden – in enger Zusammenarbeit mit Bezirken, Initiativen vor Ort, Schulen, Sportvereinen, Wohnungsbaugenossenschaften und mehr.

Auch Altbäume und Totholz werden gesichert

In der zweiten Phase (Projekt II) von „Natürlich Hamburg!“, geplant von 2022 bis 2031, sollen die Maßnahmen des Pflege- und Entwicklungsplans umgesetzt werden. Insgesamt sind 21 Park- und Grünanlagen, 19 Naturschutzgebiete und drei Bereiche des Biotopverbunds über ganz Hamburg verteilt als Fördergebiet für Projekt II vorgesehen – rund 6.200 Hektar der Stadtfläche. Unter anderem ist geplant, in Parks artenreiche Blumenwiesen anzulegen, Wildstauden zu fördern und Altbäume und Totholz in Grünanlagen zu sichern. Als Pilotprojekt für naturnahe Bereiche in Parks soll als erstes ein Schaugarten in „Planten un Blomen“ entstehen.

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