Neue Erkenntnisse zu den Folgen des Trockensommers 2018

Nach dem extrem heissen und trockenen Sommerhalbjahr 2018 starteten Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in der Schweiz insgesamt 13 Untersuchungen zu den Auswirkungen dieser Extremsituation auf die Wälder und den Wasserhaushalt. Nun liegen erste Resultate vor.

Trockenheitsschäden in einem Mischwald in der Nähe von Porrentruy (JU), Juni 2019: In der Mitte (rot) eine tote Weisstanne, im Vordergrund abgestorbene Buchen (grau). (Foto: Valentin Queloz (Eidg. Forschunugsanstalt WSL))

In vielen Teilen der Schweiz war der Sommer 2018 die längste und heisseste Periode ohne Niederschläge seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen 1864. Wer im Spätsommer 2018 in der Natur unterwegs war, wunderte sich über die frühzeitigen Herbstfarben zahlreicher Bäume. Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL verfolgt nicht nur seit 134 Jahren landesweit die Entwicklung der Wälder minutiös, sondern verfügt auch über langjährige Erfahrung in Hydrologie und Biodiversität. In 13 Analysen erkundet sie nun, wie ausgeprägt die lang andauernde Trockenheit 2018 war und welche Auswirkungen sie kurz- und mittelfristig auf die Wälder der Schweiz haben könnte. Ziel ist es, die Auswirkungen der Trockenheit 2018 in langfristige Beobachtungen einordnen und solche Extremereignisse in Zukunft besser beurteilen oder sogar vorhersagen zu können. Von sechs dieser Analysen liegen jetzt erste Resultate vor. Es zeigte sich, dass die vorzeitige Blattverfärbung bei Buchen zu Einbussen im Holzwachstum führte, dass von Blitzschlägen ausgelöste Waldbrände überdurchschnittlich häufig auftraten und dass so ein gravierender Wassermangel im Schnitt alle hundert Jahre vorkommt.

Fazit: Der Wald stirbt nicht, aber es sterben Bäume

Andreas Rigling, Leiter der Forschungseinheit Walddynamik der WSL, fasst diese ersten Erkenntnisse zusammen: «Die Trockenheit und Hitze im 2018 waren ausserordentlich und zunehmend werden die Konsequenzen für den Wald sichtbar: vielerorts schwächeln die Bäume, das Baumwachstum ist reduziert, Kronenteile oder ganze Bäume sterben ab. Auch wenn wir nicht von einem Waldsterben sprechen, so werden wichtige Leistungen des Waldes lokal beeinträchtigt werden.» Die ganze Publikation ist hier zu lesen. (IDW)
 

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