Neues Projekt soll Artenvielfalt eschenreicher Wälder erhalten

In ganz Europa bedroht ein invasiver Pilz Eschen und damit auch die Artenvielfalt eschenreicher Wälder. Der Pilz lässt die Blätter verwelken und die jungen Triebe der Eschen absterben. Wie diese Krankheit, das sogenannte Eschentriebsterben, auf die biologische Vielfalt eschenreicher Wälder wirkt und welche Maßnahmen ihren Artenreichtum schützen können, wird jetzt in einem neuen Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt untersucht.

Clavaria straminea - Keulchen (Clavaria) sind unter den Pilz-Verantwortungsarten. (Foto: Matthias Lüderitz)

Im Fokus steht dabei der Schutz gefährdeter Pflanzen- und Pilzarten in eschenreichen Wäldern, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, da sie vor allem hierzulande vorkommen. Das Vorhaben wird bis 2025 mit rund 2,3 Millionen Euro durch das Bundesumweltministerium gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) beglei-tet. Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Eschenreiche Wälder bieten vielen Arten Lebensraum, darunter zahlreichen gefährdeten Pilzen und Pflanzen, die vor allem hierzulande vorkommen. Diese Arten gilt es vor dem Aussterben zu bewahren. Dazu trägt das jetzt gestartete Projekt bei.“

Der Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“, hat sich in ganz Europa schnell ausgebreitet

BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel: „Wirksame Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt eschenreicher Wälder sind dringend notwendig und sollen jetzt im Rahmen des Vorhabens entwickelt werden“.
Das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus pseudoalbidus, Nebenfruchtform Chalara fraxinae) ist von Ostasien nach Europa eingeschleppt worden und wurde erstmals 2007 in Deutschland nachgewiesen. Der Pilz befällt heimische Eschen (Fraxinus excelsior). Verwelkte Blätter, abgestorbene Triebe sowie ein Absterben der Bäume können die Folge sein. Deshalb wird die Krankheit auch Eschentriebsterben oder Eschenwelke genannt.

Das Projekt wird gemeinsam mit Pilzexperten durchgeführt

Im Februar 2019 ist das Projekt unter Federführung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Förderschwerpunkt „Verantwortungsarten“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gestartet. Die Wissenschaftler untersuchen gemeinsam mit freiberuflichen Pilzexperten zunächst, wie stark die Eschen in Schleswig-Holstein von der Krankheit befallen sind und wie sich das Eschentriebsterben auf die Artenvielfalt der Wälder auswirkt. Gemeinsam mit staatlichen und privaten Forstbetrieben werden waldbauliche Maßnahmen umgesetzt, die den Erhalt der Eschen und die Artenvielfalt der Wälder langfristig sichern sollen. Aus den Ergebnissen des Projektes sollen Handlungsempfehlungen für die waldbauliche Praxis in ganz Deutschland entwickelt werden. (bfn)

Ein Projekt-Streckbrief ist hier zu finden:biologischevielfalt.bfn.de/index.php

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