Neues Rote-Liste-Zentrum etabliert

Ein neu gegründetes Rote-Liste-Zentrum wird künftig die Erstellung der bundesweiten Roten Listen im Auftrag des Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordinieren. Das Bundesumweltministerium fördert das Zentrum mit jährlich 3,1 Millionen Euro.

Die Einrichtung des Zentrums soll die Roten Listen für die Zukunft sichern. (Foto: Screenshot)

Das Zentrum wurde im Dezember 2018 am Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn etabliert und wird fachlich vom Bundesamt für Naturschutz betreut. In den Roten Listen ist der Gefährdungsgrad von über 30.000 Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen in Deutschland erfasst. „Für den Schutz der Artenvielfalt sind die Roten Listen ein unverzichtbarer Datenschatz und ein wertvolles Instrument. Denn sie helfen uns, Prioritäten zu setzen und Maßnahmen zu begründen. Mit dem neuen Rote-Liste-Zentrum stehen für deren Erstellung jetzt deutlich mehr finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung“, sagt Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.

Über 500 Fachleute und tausende Ehrenamtliche erstellen die Listen

Die Roten Listen werden von mehr als 500 Fachleuten in Zusammenarbeit mit Tausenden ehrenamtlichen Artenkennerinnen und -kennern erstellt. Das Rote-Liste-Zentrum (RLZ) wird die Rote-Liste-Koordinatoren sowie beteiligte Fachleute betreuen und den inhaltlichen Austausch unter ihnen fördern. Weiterhin wird das RLZ die Qualitätssicherung, die Entwicklung und Pflege der Methodik und Werkzeuge sowie der Artenlisten zur Erstellung der Roten Listen übernehmen. Das BfN, das die Erstellung der Listen bislang koordiniert hat, bleibt Herausgeber der Publikationen und betreut das RLZ fachlich. Aufgrund des hohen Qualitätsanspruches an die Roten Listen, die stets umfangreicher werdenden Listen und die Tatsache, dass sich die Arbeit zum Teil auf immer weniger verfügbare Experten verteilt, steigt der Aufwand für diese Artenkennerinnen und -kenner.

Die Roten Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands

In den Roten Listen wird der Gefährdungsstatus von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten für einen bestimmten Bezugsraum dargestellt. Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten werden in den Roten Listen mehr als 30.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Die Roten Listen sind zugleich Inventarlisten und bieten Informationen nicht nur zu den gefährdeten, sondern zu allen in Deutschland vorkommenden Arten der untersuchten Organismengruppen. (BfN)
 
Die Roten Listen sind erhältlich unter: bfn.buchweltshop.de/rote-listen

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