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06. 03. 2017

Online-Ratgeber zu Rosskastaniensterben

Der Ratgeber informiert über das Bakterielle Rosskastaniensterben.

Die Bakterienart Pseudomonas syringae pv. aesculi wird von Fachleuten als Ursache für das Rosskastaniensterben identifiziert. Der Pflanzenschutzdienst des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) hat in einer Veröffentlichung eine Übersicht der Möglichkeiten zum Erkennen und Eindämmen der Baumkrankheit vorgelegt. 

Seit den Neunzigerjahren werden Kastanien geschwächt

Rosskastanienalleen bestimmen gerade in der Uckermark, zum Teil als Naturdenkmale, das Landschaftsbild. Rosskastanien gehören aber auch sonst mit ihren weiß- und rotblühenden Sorten zu den Baumarten, die im öffentlichen Bereich eingesetzt werden. Mit ihrer Blütenfülle, den attraktiven Blättern und Früchten zählen sie zu den schönsten heimischen Großbäumen.

Seit den Neunzigerjahren werden die Kastanienbestände immer wieder geschwächt, ursprünglich durch die Rosskastanienminiermotte und pilzliche Blattbräune – danach kam die durch Bakterien ausgelöste Krankheit hinzu. Wahrscheinlich ist, dass die veränderten Klimabedingungen und Witterungsextreme der letzten Jahre die Art für Krankheits- und Schädlingsbefall anfällig gemacht haben. Ist die Erkrankung bereits stark fortgeschritten und die Vitalität des Baumes entsprechend geschwächt, besiedeln häufig pilzliche Sekundärparasiten und Holz zersetzende Pilze den Baum. Junge Bäume sterben in der Regel innerhalb von drei bis fünf Jahren ganz ab.

Rosskastaniensterben: Jung- und Altbäume sind betroffen

Pseudomonas syringae pv aesculi ist in Brandenburg relativ gleichmäßig verteilt. Betroffen sind sowohl Jung- als auch Altbäume. Bei der Befundanalyse ist zu berücksichtigen, dass Neupflanzungen durch den Pflanzenschutzdienst besonders intensiv beobachtet werden. Zwischen Weißblühender und Rotblühender Rosskastanie war kein signifikanter Unterschied in der Befallshäufigkeit festzustellen.

2013 hatte der Pflanzenschutzdienst des LELF das Bakterielle Kastaniensterben in Brandenburg erstmals an einer Rotblühenden Rosskastanie nachgewiesen. Verdachtsmomente gab es an verschiedenen Orten bereits seit 2012.

2015 trat die Krankheit an insgesamt 16 Standorten auf. Labordiagnostische Nachweise liegen für die Landkreise Spree-Neiße, Märkisch-Oderland, Uckermark sowie für die kreisfreien Städte Frankfurt (Oder) und Cottbus vor. In dem neu erschienenen Online-Ratgeber wird über die Krankheit, deren Erkennung und Verwechslungsmöglichkeiten informiert und es werden Handlungsempfehlungen zur Vorbeugung einer weiteren Krankheitsausbreitung im öffentlichen Grün gegeben. Der Leitfaden „Bakterielles Rosskastaniensterben“ steht hier als Download zur Verfügung.

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