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24. 09. 2017

Osnabrücker Baumpflegetage: Sind Bäume auf Dämmen Schutz oder Gefahr?

Mit der Fichte als Baum des Jahres 2017 (von links): Prof. Dr. Andreas Bertram, Prof. Dr. Jürgen Bouillon, Baumkönigin Anne Bente Schnoor, Bürgermeister Burkhard Jasper und Organisator Phillip Schickl (Foto: Fritz Schwarzenberger)

Rund 250 internationale Fachleute informierten sich Anfang September auf den 35. Osnabrücker Baumpflegetagen der Hochschule Osnabrück über Baumpflege und Grünflächenmanagement. Ein Thema war dabei der Dammschutz. Es ging um eine Eichenallee auf den Dämmen der Stör-Wasserstraße süd-östlich von Schwerin. Das Problem: Die Dämme sind insbesondere bei Hochwasserlagen nicht mehr sicher.

Die ursprüngliche Lösung: Alle Bäume werden gefällt und die Dämme anschließend aufgefüllt. Denn laut der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) stellen Bäume eine Gefahr für Dämme dar. Warum die Eichen bei der Dammsanierung der Stör-Wasserstraße dennoch erhalten werden konnten, stellte Frank Christoph Hagen vom Baumbüro Hagen (Sahms) vor.

Damm war tief durchwurzelt

Dafür hat Hagen mit seinem Team stichprobenartig Wurzelsuchgrabungen vorgenommen, um das tatsächliche Wurzelaufkommen und die Ausdehnung der Wurzelteller abzuschätzen. Entgegen der Erwartungen war der Dammkörper fast flächig tief durchwurzelt, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Eichen die Dämme sogar stabilisieren. Eine Fällung der Bäume würde durch das absterbende Wurzelwerk zu einer Sackung des Dammkerns führen. Bei einem Dammbruch nach den Untersuchungen war daher auch nur ein Bereich ohne Bäume betroffen. Nun werden alternative Lösungen wie zum Beispiel seitliche Verstärkungen oder hinter gelagerte Dämme geprüft.

„Das Beispiel zeigt, dass beim Thema Baumsicherheit nicht nach einem Schema F gehandelt werden kann“, sagt Hagen. Und es verdeutlicht, dass es vor allem Engagement der Bürger bedarf, um den Baumbestand zu schützen. Ohne den Einsatz bis in die höhere Politik wäre das Vorhaben an der Stör-Wasserstraße nicht gestoppt worden.

Auch Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück, plädiert in seiner Eröffnungsrede für eine stärkere Beziehung zur Natur. Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon ergänzt: „Der beste Schutz sind die Emotionen, die wir in die Bäume stecken, und nicht das Geld“.

Workshops bei den Baumpflegetagen kommen gut an

Nach den Fachvorträgen am ersten Tag der Veranstaltung arbeiteten die rund 250 Teilnehmer am zweiten Tag in Workshops zu Themen wie „Differentialdiagnostik komplexer Schadbilder an wichtigen Baumarten“ oder dem „Einsatz moderner Technik zur Instandhaltung von Bäumen“. Markus Matti aus Bad Laer ist schon Stammgast bei den Osnabrücker Baumpflegetagen und interessiert sich besonders für Baumkrankheiten. „Bisher gibt es noch wenige wirksame Gegenmittel, daher bin ich gespannt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse.“ Außerdem sei der Austausch mit anderen Expertinnen und Experten sehr wertvoll.

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