Potenzial nicht heimischer Baumarten für den Forst

In wie weit sind nicht heimische Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland geeignet? Um auf diese Frage Antworten zu finden, haben der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Landesverband Lippe ein dreijähriges Projekt gestartet. Auf Versuchsflächen werden verschiedene nichtheimische Baumarten langfristig auf ihre Wuchsdynamik, waldbauliche Eignung, Integrierbarkeit in herkömmliche Ernteverfahren, erreichbare Holzqualitäten und ihr mögliches invasives Potenzial untersucht. 

Sind Mammutbäume eine Option für deutsche Wälder? (Foto: Aschewald)

Übergabe der Zuwendungsbescheide (von links): A. Schütte/FNR, C. Caesar/MdB, H. Barkmeyer/Landesbetrieb Wald & Holz NRW, A. Peithmann/Landesverband Lippe, S. Hoffmann/Landesverband Lippe (Foto: FNR)

Vitale und produktive Wälder

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe unterstützt. „Ein von Forstwirtschaft und Naturschutz getragener Konsens darüber, welche nichtheimischen Baumarten sich für den Anbau im Wald eignen, ist wichtig. Nur so können wir vitale und produktive Wälder erhalten und die Bioökonomie umsetzen, ohne die Biodiversität zu gefährden“, erklärte Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). Die FNR übergab als zuständiger Projektträger des BMEL im Auftrag des Ministeriums die Förderbescheide auf dem Kirchberg in der Gemeinde Kalletal. Hier wurden bereits in der Vergangenheit erste Anbauversuche mit nichtheimischen Baumarten unternommen. 

Sieben Nadel- und vier Laubbaumarten im Test

In dem jetzt beginnenden Vorhaben sollen auf den insgesamt über 26 Hektar großen Versuchsflächen im Sauerland und im Lipper Bergland insgesamt sieben Nadel- und vier Laubbaumarten möglichst in Mischung mit der heimischen Rotbuche angebaut werden:

  • Atlaszeder (Cedrus atlantica),
  • Küstentanne (Abies grandis),
  • Araukarie (Araucaria araucana),
  • Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla),
  • Küstenmammutbaum (Sequioa sempervirens),
  • Gebirgsmammutbaum (Sequoiadendron giganteum),
  • Baumhasel (Corylus colurna),
  • Edelkastanie (Castanea sativa),
  • Orientbuche (Fagus orientalis), Platane (Platanus orientalis) und
  • Sicheltanne (Cryptomeria japonica).

Alle diese Arten wachsen hierzulande bislang nur in geringem Umfang und teils auch nur als Straßen- und Parkbäume, produzieren aber in ihrer Heimat in mit Deutschland vergleichbaren Klimazonen ein hochwertiges und in der Industrie nachgefragtes Holz.

Partner