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21. 10. 2017

Raubinsekt gegen Xylella?

Xylella fastidiosa richtet unter anderem in mediterranen Olivenhainen großen Schaden an. Überträger des Feuerbakteriums ist die Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Foto: Pixabay

Das Raubinsekt Zelus renardii könnte im Kampf gegen Xylella fastidios  die Wende bringen. Wie Forscher der Universität Bari per Zufall entdeckt haben, ist das Raubinsekt ein Feind der Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius), die das gefürchtete Feuerbakterium überträgt.

Francesco Porcelli, Entomologe am Institut für Geo- und Pflanzenwissenschaften der Universität Bari, hatte Zelus renardii bei seinen Studien versuchsweise gegen den seit einigen Jahren in Europa auftretenden Schädling Macrohomotoma gladiata eingesetzt – mit Erfolg. Daraufhin setzten sie dem Killer-Käfer adulte Exemplare von Philaenus spumarius vor, die das räuberische Insekt ebenfalls binnen Sekunden attackierte und tötete.

Zelus renardii entwickelt „Mordlust" gegenüber Xylella-Überträger 

Wie Porcellis weitere Studien bewiesen, entwickelt der ursprünglich aus Nordamerika stammende und über Griechenland nach Spanien „eingewanderte“ Zelus renardii eine regelrechte „Mordlust“ gegenüber Insekten wie Philaenus spumarius und tötet sie in großer Menge – ohne sie zwangsläufig zu fressen.

Jetzt arbeiten die Forscher der Universität Bari daran, den potenziellen Nützling in großen Mengen zu züchten. Erste Versuche im Labor, in denen die Wissenschaftler ein gelartiges Lebergemisch als Nährlösung verwendet hatten, verliefen vielversprechend. Im nächsten Schritt wollen sie eine synthetische Nährlösung entwickeln, die halt- und transportierbar ist, um letztlich eine großangelegte Produktion von Zelus renardii zu ermöglichen.

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