Stadtplanung: Grünflächen für ein besseres Klima

Durch den Klimawandel werden sich unsere Lebensbedingungen verändern, besonders in dichtbesiedelten Städten. Bäume und Grünflächen können für Abkühlung sorgen und schützen vor Überschwemmungen. Wie kann die grüne Infrastruktur bereits bei der Stadtplanung berücksichtigt werden? Ein Leitfaden, der von einem Team der Technischen Universität München (TUM) entwickelt wurde, zeigt Lösungsansätze.

Der Englische Garten in München - Städte sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Umso wichtiger sind Bäume und Parks in den Großstädten. (Foto: Pixabay)

Laut aktueller Klimaprognosen werden die Jahresmitteltemperaturen deutlich ansteigen, Hitzeereignisse und Starkregen nehmen zu. Städte sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen: Wegen der Flächenversiegelung und dichter Bebauung sind Hitzewellen hier problematischer als im ländlichen Umland. Lange Hitzeperioden können so zum Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere werden. Zu wenige Versickerungsflächen führen bei Starkniederschlägen außerdem zu Überschwemmungen und Sachschäden.

Städte müssen grüner werden

Wie kann die Stadtplanung diesen Herausforderungen begegnen? Forscher vom Zentrum Stadtnatur und Klimaanpassung (ZSK) der TUM haben im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und in Zusammenarbeit mit Kommunen in Bayern einen „Leitfaden für klimaorientierte Kommunen in Bayern“ erstellt. Darin wird deutlich: Die Städte müssen vor allem grüner werden. Bäume und Grünflächen sorgen für Kühlung und Verdunstung, dämpfen den Lärm und reinigen die Luft. Zudem speichern die Grünflächen bei Starkregen Versickerungswasser und sind somit ein wertvoller Puffer. Neben der Klimaanpassung ist aber immer noch der Klimaschutz wichtig. Der Leitfaden gibt daher auch Empfehlungen für Sanierungsmaßnahmen bei Gebäuden.

Gezielte Begrünung je nach städtischem Siedlungstyp

Die Wissenschaftler berücksichtigten in ihrer Analyse drei für Bayern typische Siedlungstypen: die Münchner
Maxvorstadt als Beispiel für eine gründerzeitliche Blockbebauung, Neuaubing in München als typische Zeilenbebauung und Heidingsfeld in Würzburg als Beispiel für einen historischen Stadtkern. Aus den detaillierten Analysen leitete das Team Empfehlungen über die effektivsten Begrünungsformen ab und in welchem Umfang sie in den verschiedenen Siedlungstypen eingebracht werden sollten. So hätten etwa Bäume den größten Einfluss auf das urbane Mikroklima, wobei bei Neupflanzungen auf klimatolerante Baumarten geachtet und ausreichend Wurzelraum eingeplant werden sollte, heißt es im Leitfaden. Begrünte Dächer und Fassaden wirken sich aufgrund von Verschattung und Verdunstung kühlend auf die nähere Umgebung aus.

Maßnahmen auch in dicht bebauten Städten umsetzbar

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen: Die Herausforderungen des Klimawandels lassen sich auch in dicht bebauten bayerischen Städten bewältigen. Allerdings sollten die entsprechenden Maßnahmen so schnell wie möglich ergriffen werden, so die Empfehlung. (TU München)

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