Tony Rinaudo gewinnt "Alternativen Nobelpreis"

Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision gratuliert dem World Vision Mitarbeiter Tony Rinaudo zum "Alternativen Nobelpreis", bekannt auch unter dem Namen "Right Livelihood Award". Rinaudo hat den Preis für die Entwicklung der Wiederaufforstungsmethode FMNR erhalten. FMNR (Farmer Managed Natural Regeneration) ist eine Technik, die auf noch vorhandene lebende Wurzelreste gerodeter Bäume zurückgreift und diese wieder zum Wachstum bringt.

Tony Rinaudo wurde oft als verrückter, "weißer Bauer" bezeichnet. (Screenshot World Vision)

Tony Rinaudo hat diese Methode unbeirrt und trotz vieler Zweifler seit Mitte der 80er Jahre in Niger entwickelt. Zunächst wurde Rinaudo als verrückter, "weißer Bauer" bezeichnet. Nach bahnbrechenden Erfolgen wird FMNR in über 25, vor allem afrikanischen, Ländern, praktiziert. Allein in Niger konnten mehr als 6 Millionen Hektar Land mit der Methode wiederbegrünt werden. Um die Wiederaufforstungstechnik umsetzen zu können, werden ehemalige Waldflächen einige Jahre vor Abholzung und Viehfraß geschützt. Die neu austreibenden Sprossen werden gezielt beschnitten. Manche Bäume wachsen so schnell, dass sie bereits nach zwei Jahren wieder etwa zwei Meter hoch sind. Mit ihrem Laub düngen sie die Böden und werfen Schatten und das Wurzelwerk hält die Feuchtigkeit im Boden zurück. Zudem profitiert die Biodiversität, da Vögel und Insekten sich wieder ansiedeln. Die Ernteerträge konnten in vielen Fällen verdoppelt bis verdreifacht werden.

Auch in Regionen, in denen es sehr wenig regnet, funktioniert die Methode

Die Methode funktioniert sogar in einigen Wüsten und Regionen, in denen viele Jahre kein Regen gefallen ist, da die Wurzeln einiger Bäume tief in die Erde ragen und sich so mit Grundwasser versorgen können. Kevin Jenkins, Präsident von World Vision International: "Dies ist eine wohlverdiente Auszeichnung für einen inspirierenden, entschlossenen Pionier. Tony Rinaudo ist ein leidenschaftlicher Visionär für die Wiederbegrünung der Wüsten- und Halbwüstenregionen der Welt. Jahrzehntelange evidenzbasierte Forschung veranlasste World Vision zur Umsetzung von Programmen, die die Lebensgrundlagen für Familien verändert und das Wohlergehen gefährdeter Kinder auf der ganzen Welt verbessert haben. Wir freuen uns, dass die Arbeit wächst und sich von klein auf ausbreitet, wie die Bäume selbst - die Randgemeinden stärken und zu besseren Gesundheits-, Ernährungs- und Bildungsergebnissen für Kinder in fragilen Umgebungen führen." World Vision beteiligt sich mit FMNR-Projekten auch intensiv an der Bonn Challenge mit dem Ziel, bis 2030 insgesamt 350 Millionen Hektar Land wieder zu begrünen. Die Bonn Challenge wird zudem von den Bundesministerien für Umwelt (BMU) und für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt. (ECO-News)

Mehr Informationen auf der Homepage:
https://www.worldvision.de/informieren/themen/umweltschutz/alternativer-nobelpreis-tony-rinaudo

Und ein Video über das Projekt:
www.youtube.com/watch

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