"Urbane Wälder": neue Waldformen bereichern die Stadt

Neu angelegte Waldflächen im innerstädtischen Bereich haben vielfältige positive Effekte für Mensch und Natur. Das ist das wichtigste Ergebnis des Erprobungsund Entwicklungsvorhabens „Urbane Wälder“. Einblicke in das Vorhaben und die Ergebnisse gab eine Fachveranstaltung im Oktober in Leipzig. Veranstalter waren das Bundesamt für Naturschutz, die Technische Universität Dresden und die Stadt Leipzig.

Ein kleines Paradies für Stadtmenschen: Wälder und Wiesen wie in Leipzig. (Foto: Screenshot Homepage)

Wälder haben auch im städtischen Raum eine hohe Bedeutung und nehmen nicht unerhebliche Flächen ein: In den vergangenen Jahrzehnten hat der Wald in den Zentren deutscher Großstädte Einzug gehalten. In kreisfreien Großstädten hat sich beispielsweise der Waldanteil zwischen 1996 und 2015 von 15,8 auf 17,3 Prozent erhöht – und ist damit stärker als im bundesweiten Durchschnitt angewachsen. Die Stadt Leipzig, mit 590.000 Einwohnern unter den zehn größten Städten Deutschlands, legt im Rahmen eines Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens seit 2009 auf drei ehemaligen Brachen im innerstädtischen Bereich Wälder neu an. So wurden beispielsweise auf dem Gelände der ehemalige Stadtgärtnerei in der Zweinaundorfer Straße Flächen entsiegelt, Gebäude abgerissen und rund vier Hektar neuer Wald etabliert.

„Urbane Wälder schaffen Wohlfühloasen"

Diese Neuanlage wird durch Forschende aus Landschaftsplanung, Biologie, Meteorologie der TU Dresden und Umweltsoziologie des Helmholtz- Zentrums für Umweltforschung begleitet. Die Ergebnisse zeigen die vielfältigen positiven Effekte, die solche neuen Waldflächen aufweisen: Sie dämpfen Hitzeextreme und sind zugleich für die Erholung der Menschen aber auch die Vielfalt von Pflanzen und Tieren von großem Wert. BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel erklärt: „Das Projekt zeigt, dass Urbane Wälder in mehrfacher Hinsicht Wohlfühloasen in unseren Städten schaffen: Im Hinblick auf die klimatischen Verhältnisse, für die Erholung und die biologische Vielfalt. Dies kann und sollte auch für weitere Städte Vorbild sein, neue Wege beim Aufbau einer zukunftsfähigen grünen Infrastruktur zu beschreiten.“ (Bundesamt für Naturschutz)

Weitere Informationen:www.urbane-waelder.de

Hintergrund
Das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Urbane Wälder“ wird seit 2007 von der Stadt Leipzig umgesetzt, finanziert und gefördert vom Bundesamt für Naturschutz sowie der Stadt Leipzig, dem Freistaat Sachsen, der TU Dresden, der Gutburg Mieterservice GmbH, dem Büro Irene Burkhardt Landschaftsarchitekten und der Stiftung Wald für Sachsen. Das Ziel des E+E-Vorhabens ist es, die besonderen Bedingungen für innerstädtische Waldflächen zu
erkunden und Wege für die aktive und gesteuerte Entwicklung von Wald oder waldartigen Gehölzbeständen
aufzuzeigen. Auf unterschiedlichen Modellflächen wird seit 2009 praktisch erprobt, wie eine Flächensicherung
und die Anlage von Wald gelingen können und welche Managementansätze für die langfristige
Sicherung und Akzeptanz zielführend sind. „Urbaner Wald“ soll hier, abweichend von der traditionellen
Forstwirtschaft, als interdisziplinärer und integrativer Ansatz in der Stadtentwicklung untersucht werden, der
wirtschaftliche, soziale, naturschutzfachliche und stadtökologische Aspekte einbezieht.
 

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