Veröffentlichung in Natur: Symbiose zwischen Bäumen und Pilzen

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) war mit einem europaweiten Netzwerke an der Erforschung von der Symbiose zwischen Bäumen und Pilzen beteiligt. Dabei wurden Unterschiede in der Verbreitung verschiedener Pilzarten untersucht. Die kontinentweite Analyse der Mykorrhiza-Vielfalt wurde von einer europäischen Forschergruppe im Fachmagazin Nature veröffentlicht.
 

 

Niederschlags- (Depositions-) sammler. Im Hintergrund Datenlogger und Verkabelungsarbeiten mit den Messgeräten. (Foto: bfw)

Ferdinand Kristöfel war an der europaweiten Studie beteiligt. (Foto: bfw)

Bäume und Pilze gehen zum Austausch von Nährstoffen und Wasser eine Symbiose ein, die sehr sensibel auf ihre Umwelt reagiert. Bisher wusste man relativ wenig über die Vielfalt dieser Lebensgemeinschaften und die Bedeutung verschiedener Umweltvariablen auf die zahlreichen Interaktionen. Der Wissenschaftler Sietse van der Linde vom Imperial College London hat unter Beteiligung des BFW herausgefunden, unter welchen Voraussetzungen Pilze sich verbreiten. Für diese Studie wurden im europaweiten Netzwerk des ICP Forests, dem umfangreichsten harmonisierten Umwelt-Monitoring-Netzwerk weltweit, rund 40.000 Mykorrhizaproben von 137 Probeflächen  in insgesamt 20 Ländern untersucht.

Für die komplexe Analyse sind umfangreiche Umweltdaten nötig

Für die Erhebungen in Österreich war Ferdinand Kristöfel vom BFW zuständig. Er unterstützte van der Linde auf den heimischen Monitoringflächen und bereitete die umfangreichen Umweltdaten dieser Flächen für die Studie auf. „Die neuen Ergebnisse helfen dabei zu verstehen, welchen Einfluss die Wirtsbaumart der Mykorrhiza, das Klima, Bodenfaktoren, Stoffeinträge und die geographisch-räumliche Verteilung auf die Zusammensetzung der Mykorrhizagemeinschaft haben“, erklärt Kristöfel. Voraussetzung für eine derartige komplexe Analyse sind umfangreiche Umweltdaten, die nur in langfristigen Monitoringprogrammen gewonnen werden können.

Wald seit Mitte der 1980er Jahre unter Beobachtung

Das österreichische Waldzustandsmonitoring wurde Mitte der 1980er als Folge der zunehmenden (europaweiten) Sorge um den sich durch Luftverschmutzung und andere Umwelteinflüsse verschlechternden Gesundheitszustand des Waldes begründet und wird seitdem vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) betrieben. Es ist Teil des europaweiten Netzwerks ICP Forests (International Co-operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests), das 1985 im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) begründet wurde.

BFW-Daten europaweit gefragt

Derzeit werden auf 16 Intensivbeobachtungsflächen von Wissenschaftern des BFW und unter Mithilfe von lokalen Flächenbetreuern vor Ort standardisierte Erhebungen durchgeführt. Dazu gehören Untersuchungen des Waldwachstums, Nadel- und Blattanalysen, Bodenuntersuchungen, Vegetationsaufnahmen und Depositionsmessungen. Sechs dieser Flächen wurden 2009 im Rahmen des LIFE+ Projektes „FutMon“ technisch aufgerüstet, um hochauflösende Daten aus dem Wald zu sammeln. Auf diesen „Kern-Intensivbeobachtungsflächen“ werden zusätzlich Daten über das Klima, den Bodenzustand oder die Luftqualität erhoben. Zudem registrieren elektronische Dendrometer die Zuwachsreaktionen von Einzelbäumen. All diese Daten werden gemäß europaweit gültiger standardisierter Manuals des ICP Forests erhoben; eine wichtige Voraussetzung, um wie in der vorliegenden Studie eine einheitliche Analyse zu ermöglichen. (bfw)

Mehr Info:

Der Artikel auf Nature https://rdcu.be/TTw0

 

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