Wasser in der Stadt halten

Wie sich Städte und Kommunen vor kommenden Katastrophen wappnen und eine wasserbewusste Entwicklung nach dem Prinzip der sogenannten Schwammstadt vorantreiben können, präsentierte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) anhand von geförderten Best-Practice-Projekten bei der Weltleitmesse für Umwelttechnologien (IFAT) in München.

Am IFAT-Messestand der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde unter anderem ein digitales System zur professionellen Feuchtigkeitsüberwachung von Straßenbäumen und Stadtbegrünung vorgestellt. (Foto: Wilhelm Irsch/piclease)

Hochwasserschäden vermeiden und Wasser speichern

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verzeichnete im Jahr 2021 Schäden in Höhe von rund 12,5 Milliarden Euro an Häusern, Hausrat, Betrieben und Kraftfahrzeugen. Noch nie hätten Naturgefahren in Deutschland seit Beginn der Statistik so hohe Schäden verursacht. „Die Klimakrise macht Anpassungen und Strategien für ein kluges Wassermanagement im besiedelten Raum dringend erforderlich“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Einerseits seien Starkregenfälle und Überflutungen eine große Herausforderung, andererseits werden zunehmend Trockenheit und urbane Hitzestaus zu Gefahren. „Vorbeugender Hochwasserschutz muss mit dem Rückhalt des Wassers in der Stadt zusammengedacht werden“, so Bonde. Der Grundgedanke: Hochwasserschäden vermeiden sowie Wasser zurückhalten, zwischenspeichern und bei Hitze und Trockenheit wieder abgeben.

Am 31. Mai gab die DBU zusammen mit dem Zentrum Klimaanpassung des Deutschen Instituts für Urbanistik (difu) und der Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker beim IFAT-Forum Einblicke in eine wasserbewusste Stadtentwicklung nach dem Prinzip der Schwammstadt: Ein Konzept, bei dem Regenwasser in Städten lokal aufgenommen und gespeichert wird, anstatt es abzuleiten. Am DBU-Messestand bei der IFAT wurden beispielsweise folgende Best-Practice-Projekte vorgestellt:

Grüne Schwammstadt

In einem Wohnquartier in Mannheim wird das aus Duschen, Badewannen und Spültischen stammende und nur leicht verschmutzte Abwasser gesammelt, gereinigt und als sogenanntes Servicewasser für die WC-Spülung und Waschmaschinen erneut genutzt. Der Überschuss des Servicewassers soll die Grünanlagen und den Baumbestand rund um die Wohnanlage über ein integriertes Bewässerungssystem dauerhaft mit Wasser versorgen. Mehr dazu hier

SmartCity-Sensor zur Feuchtigkeitsüberwachung

Bäume spielen eine wesentliche Rolle für Klima und Lebensqualität in der Stadt. Doch Wasserknappheit macht die Anpflanzung immer schwieriger. Ob genug Wasser an die Wurzeln kommt, kann durch ein System zur professionellen Feuchtigkeitsüberwachung von Straßenbäumen und Stadtbegrünung überprüft werden. Es ist für aktuelle SmartCity-Konzepte optimiert, die mittels Digitalisierung die Städte effizienter, nachhaltiger und fortschrittlicher machen sollen.

Baumwurzeln und Fernwärmeleitungen

Ein weiteres Problem: Baumwurzeln und unterirdisch verlegte Leitungen zum Beispiel für Fernwärme können sich aufgrund des geringen Platzes im urbanen Erdreich gegenseitig beeinflussen. Welche Möglichkeiten es gibt, um den Leitungsgraben vor Wurzeleinwuchs zu schützen, darüber informierte die DBU ebenfalls. 

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