Zu viel Licht: Belaubte Bäume im Winter

Immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lichtverschmutzung eine Bedrohung für alle Ebenen der biologischen Vielfalt darstellt. Auch bei Bäumen: Ist es hell, fehlt das saisonale Signal, Bäume verlieren selbst im Winter ihre Blätter nicht.

Schneeglühen durch Lichtverschmutzung im Treptower Park in Berlin. (Foto: Andreas Jechow, IGB)

Laubabwurf soll vor Frostschäden schützen

Die Übergangsphasen vom Herbst zum Winter und vom Winter zum Frühjahr sind für viele Prozesse in der Natur wichtig. Ein Signal für den einsetzenden Winter ist, dass die Tage kürzer werden – es also früher dunkel wird. „Lichtverschmutzung kann diesen Zeitgeber für den saisonalen Rhythmus stören. Ich habe das tatsächlich gerade direkt vor meiner Haustür erlebt: Mehrere Robinien, die direkt an Straßenlaternen stehen, tragen an der Seite, die der Leuchte zugewandt ist, selbst jetzt Anfang Dezember noch Blätter, während die auf der lichtabgewandten Seite kahl ist. Dies kann man oft an Stadtbäumen beobachten – und es ist natürlich problematisch, denn der Laubabwurf soll den Baum ja vor Frostschäden schützen“, erläutert IGB-Forscher Dr. Franz Hölker. Der Ökologe ist Experte für die ökologischen Auswirkungen von Lichtverschmutzung.

Schneeglühen: doppelt so hell wie beim hellstem Vollmond

Franz Hölker und sein IGB-Kollege, der Physiker Dr. Andreas Jechow, haben in einer weiteren Studie festgestellt, dass Winterwetter mit Schnee und Wolken das künstliche Himmelsleuchten (auf Englisch skyglow) verstärken kann. Als Himmelsleuchten bezeichnet man den Anteil künstlichen Lichts, der nachts von der Erde nach oben abgestrahlt und anschließend in der Atmosphäre zurückgestreut wird – oft als große Lichtglocken über Städten zu sehen.

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